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Selbstfindung… Was soll das überhaupt sein?

Ich hatte schon angekündigt, dass ich diese ganzen wichtigen Fragen aus meinem letzten Beitrag Unser großes Ziel Selbstverwirklichung beantworten will.

Und dennoch beginne ich mit dem Begriff Selbstfindung. Warum geht es jetzt plötzlich so durcheinander?

 

– Geht es nicht. –

 

Eine wahre Geschichte zur Selbstfindung

Meine Arbeitskollegin erzählte mir in einer stillen Minute auf dem Flug ihre neusten beruflichen Pläne. Anlass war ihr schrecklicher Chef, der ihr keine Luft zum atmen ließ und allgemein ein sehr unangenehmer Mensch war.

 

„Ich ziehe in ein paar Wochen nach Belgien zu meinem Freund.“ sagte sie. Ich war ganz irritiert, damit hatte ich nicht gerechnet.

 

„Wie du ziehst nach Belgien? So zum dort leben und arbeiten? Kein Urlaub?“ Ich konnte es kaum fassen.

 

Sie bestätigte mir, dass sie tatsächlich auswandern wird. Ich frage sie gefühlt 1000 Fragen dazu. Nicht, weil mich Belgien sonderlich interessierte, sondern weil mich etwas viel tiefer liegendes faszinierte:

Ihr Mut.

Sie erwähnte das alles so beiläufig und ruhig, als sei es eine Selbstverständlichkeit. Meine Wenigkeit hingehen bekam schon vom Zuhören nahezu Panikanfälle. Ich bin ein totaler Angsthase und offenbar traute ich mir auch nicht wahnsinnig viel zu.

 

Neugierig und fasziniert fragte ich weiter und sie erzählte weiter.

 

Noch beeindruckter von ihr und ihrer Lebenseinstellung war ich, als sie erwähnte, dass das keine neue Sache für sie sei, denn sie war ja schon vor ein paar Jahren einfach so durch Australien gereist. Völlig allein und nur mit einem Rucksack und einem Hinflugticket.

 

Spätestens jetzt war ich mit den Nerven komplett fertig. Ich hatte Mühe und Not, mich an eine neue Wohnung nach meinem letzten Umzug zu gewöhnen und diese Frau hat scheinbar vor nichts Angst.

Respekt

Dieses Gespräch ist mir noch so lebendig im Kopf, als wäre es gestern gewesen. Dabei sind inzwischen über vier Jahre vergangen. Was sie mir damals sagte, hinterließ Spuren. Ich würde es heute als einen dieser Schlüsselmomente bezeichnen, wo einem klar wird, dass man nicht das macht, was man will, sondern was man für notwendig und sicher betrachtet.

 

Ich weiß nicht, wie es dir ergangen ist, aber ich bin in dem Glauben erzogen worden, ich müsse einen Job bekommen und froh sein, wenn ich diesen dann habe. Das war es dann auch schon mit der Frage: Wer bin ich und was will ich?

 

Umso faszinierender war dieses Gespräch mit meiner Kollegin. Heute lebt sie übrigens immer noch in Belgien, hat dort einen Job, der ihr gefällt und verkauft nebenher ihre eigene Kunst.

Beeindruckt? Ja, ich bin es!

 

Was können wir von ihr über Selbstfindung lernen?

Ich denke, ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass Angst uns blockiert.

Aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen. Und weißt du, was mich bisher immer von meiner eigenen Selbstfindung abgehalten hat?

 

Ich gebe es mal ganz offen zu. Ich hatte haufenweise Ausreden parat, um nicht das zu machen, wonach ich mich eigentlich sehnte.

 

Ausreden die blockieren

Und hier sind meine Top-3-Ausreden, die verhinderten, dass ich mein Leben verändere und glücklich werde.

  1. Ich kann das nicht.
  2. Dafür habe ich nicht genug Geld.
  3. Meine Zeit reicht leider nicht.

Kennst du diese Sätze? Vielleicht sogar besser, als dir lieb ist?

 

Diese Ausreden lassen sich schnell als solche erkennen. Zeit muss man sich nehmen.

Du musst natürlich Prioritäten setzen und diese mit Sicherheit komplett neu. Nichts wird sich ändern, wenn du so weiter machst, wie bisher. Auch die zweite Topausrede ist leicht zu demaskieren. Woher weißt du, dass dein Vorhaben zu viel Geld kostet? Sicher hast du keinen Finanzplan mal eben innerhalb von 5 Sekunden in deinem Kopf erstellt. Das ist schlicht unmöglich. Vieles kannst du heute ohne großes Investment starten. Also diese Ausrede zieht nicht mehr.

 

Nun meine oberste Topausrede. Du zweifelst an deinem Können, an deinen Fähigkeiten? Das ist ein größeres Problem, als es auf den ersten Blick erscheint. Hier haben wir gleich mehrere Themen in einem zu bearbeiten. Dir fehlt es scheinbar an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Das solltest du dringend ändern. Erfolg kommt nicht von allein, du musst etwas dafür tun und wenn du nicht an dich selbst glaubst, kann es nicht gut laufen. Denn: Angst blockiert und lähmt dich!

 

Die Angst & die Selbstfindung

Doch was hat das alles jetzt mit Selbstverwirklichung und Selbstfindung zu tun?

Sehr viel.

 

Am Anfang steht die Angst.

Sie verhindert, dass du überhaupt weiter denkst und dir überlegst, was du in Wirklichkeit willst. An dieser Stelle geht es noch gar nicht darum, einen Plan zu machen, wie du deine gesetzten Ziele erreichen kannst und zu deinem besten Selbst wirst. Nein. An der Stelle sind wir noch lange nicht.

 

Zuerst musst du wissen, wer du selbst bist und wer du sein möchtest.

Das ist nicht das Gleiche. Das Ganze läuft ungefähr so, wie mit dem Soll und Haben bei deinem Konto.

 

Ich zum Beispiel war ein totaler Angsthase was Veränderungen angeht. Lieber lebte ich in einer unglücklichen Situation, als den Mut aufzubringen, einmal aus meinem Kaninchenbau zu schauen. Ich wäre vermutlich oft überrascht gewesen, dass dort keine schrecklichen Monster auf mich warteten.

Heute muss ich mir eingestehen, dass ich viel Zeit mit Angsthaben vergeudet habe. Mach nicht den selben Fehler, pack es jetzt an, wenn du etwas erreichen möchtest!

 

Schluss damit

Mein Zweifeln und meine Angst gehören endgültig der Vergangenheit an.

 

Heute bin ich eine ganz andere Persönlichkeit und näher an meinem besten Selbst, als je zuvor.

Ich habe mir ernsthaft Gedanken gemacht und meine Kollegin als Vorbild gesehen.

Ich dachte mir, wenn sie ohne die Sprache zusprechen und ohne einen neuen Job zu haben einfach so nach Belgien auswandern kann, dann werde ich doch ein paar wesentlich kleinere Veränderungen in meinem Leben schaffen.

 

Und das habe ich! Es war alles andere als leicht, aber es war die Mühe mehr als wert. Ich bereue nichts.

 

Lebensverändernde Fragen an dich selbst

Anschließend kam der schwerste Teil. Ich musste ehrlich zu mir selbst sein. Ich musste mich den lange verdrängten Fragen stellen.

  • Bin ich mit meinem Leben, wie es ist, zufrieden?
  • Sehe ich aktuelle Probleme wirklich als lösbar an, oder vertage ich nur immer wieder eine finale Entscheidung?
  • Was will ich wirklich?

 

Vor allem die letzte Frage ist eine sehr schwierige und für deine Selbstfindung die wichtigste. Wenn du dich fragst, was du wirklich willst, musst du dich zwangsläufig mit deinen Wertvorstellungen und Glaubenssätzen auseinandersetzen. Du musst dir Gedanken machen, was du willst und kannst dich nicht darauf ausruhen, das zu tun, was die Eltern immer erwartet haben. (Oder wer auch immer)

 

Ich habe ungefähr zwei Jahre gebraucht, um für mich die Fragen Wer bin ich uns was will ich wirklich? zu beantworten. Meiner Erfahrung nach ist das nicht an einem Abend mit einem Glas Rotwein erledigt. Die Antwort ist ein Prozess:

Der Prozess deiner Selbstfindung

Da die Selbstfindung ursprünglich ein Begriff aus der Psychologie ist, genauer aus der Entwicklungspsychologie, wundert es dich sicher nicht, dass es sich hierbei um einen Entwicklungsprozess handelt.

 

Deswegen lohnt es sich, direkt zu beginnen. Du triffst mit deinem Wunsch nach Selbstfindung eine Lebensentscheidung. Du begibst dich tatsächlich auf eine Reise zu dir selbst. Im Grunde kann man sagen, dass dieser Prozess der Selbstverwirklichung mit der Selbstfindung beginnt und gleichzeitig in ihr mündet. Am Anfang als Fragezeichen und am Ende als Ausrufezeichen.

 

Deine Selbstfindung ist die notwendige Voraussetzung, um dein bestes Selbst zu verwirklichen.

 

 

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