Warum ich keinen Fiat 500 mehr kaufen werde

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Achtung! Eine ehrliche subjektive Meinung anhand echter persönlicher Erfahrungen. Leser mit schwachen Nerven, sollten an dieser Stelle den Post schließen. 😉

 

Eine negative Meinung – Soll ich wirklich?

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag wirklich schreiben und dann auch noch veröffentlichen soll. Dann dachte ich mir aber: Ja warum eigentlich nicht? Warum sollen andere nicht erfahren, wie meine persönlichen Erfahrungen mit meinem Auto sind? Meinen Freunden erzähle ich es ja auch und die sind dankbar, dass ich ihnen so ehrliche Informationen gebe, bevor sie eine größere Investition tätigen und diese wohlmöglich falsch sein könnte.

 

Ein Auto kauft man meist nicht mal einfach so. Ich jedenfalls habe fast zwei Jahre gebraucht, um mich für ein neues Auto zu entscheiden. Ich liebte meinen Smart und so zögerte ich den Austausch sehr lange raus. Bis ich mich dann für den Fiat 500 entschied. Weil er ja so ein niedliches Auto ist.

 

Ist er wirklich. Ich finde ihn auch heute noch sehr hübsch und rein optisch betrachtet, würde ich ihn wieder kaufen. Warum meine Liebe für den Fiat 500 sich dennoch über die letzten 3,5 Jahre in Ablehnung verwandelte und warum ich über eine ehrliche Erfahrung VOR meinem Kauf dankbar gewesen wäre, erfährst du in den folgenden Zeilen.

 

Fiat 500 ist Kult

Ich fahre einen Fiat 500. Ja genau dieses kleine, schnuckelige, süße Auto vom Hersteller Fiat, welches man in schier jeder Farbe erhält, wenn man das denn möchte.

 

Ist er nicht süß? Ist er! Genau deswegen habe auch mir diesen kleinen Hüpfer einst zugelegt. Der Fiat 500 ist charmant, das muss man ihm lassen. Er hat sogar Stil und vor allem liebe ich das Schiebedach, welches meiner hat. Darauf hatte ich besonders großen Wert gelegt. Das Schiebendach war ein absolutes Muss für mich. Ich finde es so praktisch. Im Sommer bereitet es Cabriofeeling, aber ohne die Nachteile eines soften Verdecks. Alles in allem ist es zu empfehlen.

 

Und dennoch war es einer meiner größten Fehler, den Fiat 500 zu kaufen. Ich war dann auch noch so blöd und habe ihn als Neuwagen gekauft. Wider besseren Wissens habe ich mich verleiten lassen und ärger mich heute noch darüber, weil die Kohle definitiv versenkt ist.

 

4 Monate habe ich auf meinen Kleinen damals sehnsüchtig gewartet, bis ich ihn endlich fahren konnte. Und obwohl ich ihn natürlich zuvor Probe gefahren war, fielen mir erst jetzt nach und nach die Schwachstellen in der Ausstattung auf. Zuvor fuhr ich einen Smart. Als er dann 13 Jahre alt war und ich ihn 10 Jahre gehegt und gepflegt hatte, war es an der Zeit für mich, lebe wohl zu sagen. Ich trauer ihm heute noch nach, meinem Smart.

 

Im direkten Vergleich zum Fiat 500 schluckte mein 13 Jahre alter Smart wesentlich weniger Benzin, hatte Gurtholer (das sind diese Halterungen seitlich am Sitz, durch welche der Gurt läuft, damit man sich nicht den Arm ausrenken muss, um den Gurt von der B-Säule zu angeln) und hatte auch mit eingeschalteter Klimaanlage keine merklichen Leistungseinbußen. Wenn ich im Sommer einen Berg mit meinem eindeutig untermotorisierten Fiat 500 hochfahre, muss ich nämlich die Klimaanlage ausschalten. Alles andere ist pure Quälerei. Das sind die Dinge, die mir bereits zu Beginn mit dem Fiat negativ auffielen.

 

Hohe Erwartung und tiefe Enttäuschung

Der Fiat 500 ist ein sehr beliebtes Auto und ich sehe viele herumfahren. Einer davon bin ich selbst. Im Großen und Ganzen ist er ein ganz normales Auto und wenn man keine großen Ansprüche an die Qualität hat, kann man mit ihm sicher auch sehr glücklich werden.

 

Fakt ist, das Geld, was ich bisher noch zusätzlich in die Reparaturen stecken durfte, würde ich heute zusammen mit dem Kaufpreis sicherlich in einen Audi investieren.

 

Mein „Problem“ ist vermutlich, dass ich zuvor einen (Mini-) Mercedes gefahren bin und das für viele Jahre. Dementsprechend bin ich auch viele Jahre den guten Kundenservice von Mercedes gewöhnt und habe so meine Schwierigkeiten mit der Umstellung auf Fiat.

 

Den Kundenservice habe ich auch schon unfreiwillig ausgiebig testen dürfen in den knapp 3,5 Jahren, welche ich meinen Fiat 500 nun fahre. Ich muss sagen, dass ich von der Qualität von Fiat sehr enttäuscht bin. Dass man bei einem etwas geringeren Kaufpreis eines Fiats keinen BMW erwarten darf, ist mir natürlich völlig klar. Aber bei einem Neupreis von knappen 20.000 Euro setze ich dennoch einen gewissen Mindeststandard in Sachen Qualität voraus.

 

Die Garantie von meinem Fiat 500 ist grad abgelaufen – Oh Oh …

Kurz nachdem die Garantie nach 2 Jahren abgelaufen war, ging das Blue and Me Steuergerät kaputt. Ich merkte es daran, dass mein Auto nicht mehr ansprang. Das defekte Steuergerät saugte die Batterie leer. Wenn ich nicht jeden einzelnen Tag mit dem Fiat fuhr, startete er nicht mehr und war völlig tot. Ich ging zur Werkstatt und hier begann ein monatelanges Rumgemache an meinem Auto. Teilweise war er 3 Wochen am Stück in der Werkstatt. Einen Ersatzwagen bekam ich natürlich nicht. Es war unschön!

 

Dabei muss ich aber sagen, dass die erste Werkstatt, bei der ich wegen dieses Problems war, sehr gut arbeitete. Nachdem das kaputte Blue and Me Steuergerät auf Kulanz 2 Mal repariert wurde und ich nur einen kleinen Obulus zahlen musste, war es aber leider immer noch oder wieder defekt. Es dauerte jeweils keine Woche und die Probleme traten erneut auf. Ich persönlich vermute, dass sie nie weg waren, die Batterie nur mal wieder vollständig aufgeladen war.

 

Als ich wieder in die Werkstatt meines Vertrauens ging, schickte man mich in eine andere, um die Elektrik genauer prüfen zu lassen. Gesagt – getan, ich ging zu der empfohlenen Werkstatt. Diese behielt meinen Fiat 500 über Nacht da und am nächsten Tag war ich 200 Euro leichter und um die Diagnose, es sei das ABS Steuergerät, reicher. Der Austausch dieses Steuergeräts hätte mich dann kulanterweise nur nochmals rund 300 Euro gekostet. Ich lehnte ab, weil ich meine Zweifel an der Diagnose hatte. Zuhause testete mein Mann (selbst vom Fach) alle Steuergeräte und stelle fest, dass es immer noch das Blue and Me Steuergerät ist und definitiv nicht das ABS Steuergerät. Schöne teure falsche Diagnose.

 

Ich ging also wieder zur ersten Werkstatt, weil ich hier zumindest nicht über den Tisch gezogen wurde. Das defekte Steuergerät wurde erneut repariert und direkt einen Tag später, funktionierte es auch schon wieder nicht mehr. Langsam war ich mit den Nerven und meiner Geduld am Ende. Leider schloss meine Werkstatt zeitgleich und ich musste mit diesem Thema zu einer anderen Werkstatt gehen.

 

Parallel beschwerte ich mich bei Fiat Deutschland über die unseriöse Diagnose, welche angeblich 2 Stunden dauerte, während mein Mann innerhalb von 15 Minuten das tatsächlich und nachweislich defekte Steuergerät ausfindig gemacht hatte. Ich frage mich im Nachhinein, ob die meinen Fiat überhaut angefasst haben oder nur pro forma eine fette Rechnung aus dem Drucker ließen. Auf diese Beschwerde wurde nicht eingegangen. Ich habe weder eine Entschuldigung erhalten, noch eine Wiedergutmachung in irgendeiner Weise. Im Gegenteil, offenbar war der ganze Fall rund um das auf Kulanz inzwischen zum dritten Mal reparierte Steuergerät nicht im System hinterlegt. Da meine Werkstatt nicht mehr existierte, konnte das Ganze nie abschließend geklärt werden. Anhand meiner Rechnung, die ich vorzeigen konnte, glaubte man mir dann aber schließlich. Gebracht hat es mir dennoch nichts. Ich bestand jetzt nämlich darauf, dass das Steuergerät nicht mehr repariert, sondern gegen ein neues Ausgetauscht wird. Daraus wurde von Fiat dann ein komplett neuer Fall gebastelt, sodass ich auf den Kosten sitzen blieb. Man schlug mir vor, nochmals einen Kulanzantrag zu stellen, wofür ich meine Wartungsnachweise (was diese mit dem Steuergerät, was im Rahmen einer Wartung nicht mal angeguckt wird, zu tun haben…) einreichen musste. Das tat ich und habe bis heute nichts mehr von der inzwischen dritten Fiat Werkstatt gehört.

 

Mein Mann hat auf meinen Wunsch hin das Steuergerät ausgebaut und seit dem sind alle Probleme weg. Leider kann ich auch die Funktionen von Blue and Me nicht mehr nutzen. Aber ganz ehrlich, ich habe lieber keine Freisprechanlage und dafür aber ein Auto, was anspringt, wenn ich wohin fahren will oder muss.

 

Weitere Kleinigkeiten

Doch das Ärgernis mit dem Blue and Me Steuergerät ist nicht der einzige Grund, der mich nie wieder einen Fiat kaufen lassen würde.

 

So durfte ich bereits nach ca. 1,5 Jahren den rechten Querlenker erneuern lassen, weil dieser kaputt war.

 

Nach 3 Jahren und rund 10.000 Kilometern (ich fahre nicht soooo viel durch die Gegend) sahen meine Bremsen so scheußlich aus, dass es mein Mechaniker kaum glauben konnte, dass diese wirklich aus meinem Auto stammten. Er sprach von betrügerischer Qualität. Durch den anstehenden TÜV wäre ich damit auf keinen Fall mehr gekommen.

 

Und aktuell fallen mir an der Chromleiste der Heckklappe kleine braune Punkte auf.

Rost!

 

Mein Fiat ist jetzt ziemlich genau 3,5 Jahre. Mit Rost habe ich in dem Alter als letztes gerechnet. Wahrscheinlicher schien mir, dass noch ein Steuergerät seinen Geist aufgibt und mir die nächste Dauerkarte für die Werkstatt schenkt.

 

Made in Germany

Wie sich sicher jeder denken kann, war ich mit meinem Smart auch des Öfteren im Smart Center. Dort wurde ich stets zuvorkommend und kundenorientiert behandelt. Einige kleine Dinge wurden sogar einfach so nebenbei gemacht, ohne dass ich dafür zahlen musste. Bestimmte bekannte Qualitätsmängel wurden völlig kostenfrei behoben. Ich hatte mit dem Smart beispielsweise zwei Federbrüche. Das war ein wohl bekanntes Problem und auf einen Materialfehler zurückzuführen. Beide Male habe ich für die Reparatur keinen Cent gezahlt. Das ist nur ein Beispiel von mehreren, wo ich von der hohen Kundenorientierung bei Mercedes positiv überrascht wurde.

 

Ob das heute noch immer so ist, kann ich nicht einschätzen. Es sind aber meine Erfahrungen aus den vergangenen 14 Jahren bei Mercedes.

 

Mein Fiat 500 ist übrigens nicht der einzige Fiat, den wir hatten. Mein Mann fuhr einen Fiat Punto. Er war kein Wunschauto und wir hatten auch keine hohen Ansprüche an den Punkto. Er war lediglich das erste greifbare Auto, als unser Audi durch einen Unfall schrottreif wurde. Eine Notlösung kann man sagen.

 

Doch auch beim Fiat Punkto stellten wir sehr schnell Mängel in der Qualität fest. Es gingen regelmäßig Teile kaputt und mussten ausgetauscht werden. Er war zwar kein Neuwagen, dennoch war der Punto in unseren Augen über das normale Maß hinaus häufig kaputt.

 

Wir gaben ihn schließlich günstig ab und erfuhren sehr bald danach, dass erneut etwas an kaputt ging. Man könnte zynisch darüber lachen, aber wirklich witzig ist es nicht.

 

back to the roots

Aktuell fahren wir anstelle des Fiat Punto wieder einen Audi. Dieser ist 12 Jahre alt und war noch kein einziges Mal kaputt. Genauso wie der Audi, den wir zuvor über einige Jahre fuhren und der Baujahr 1998 war. Deutsche Qualität halt. 😉

 

Jetzt kann man natürlich sagen: Ja du halt einfach nur Pech gehabt. Ja könnte man. Ich glaube dabei aber nicht an Pech. Freunde von mir, die auch Fiat fahren berichten Ähnliches und egal, wo das Thema auf den Fiat kommt. Immer wieder wird mir mehr oder minder dezent gesagt, dass ich mich nicht beschweren darf, wenn ich so naiv bin und einen Fiat kaufe.

 

Ja ist ok, ich habe es verstanden. Lektion gelernt!

 

Das ist meine Geschichte, warum ich nie wieder einen Fiat kaufen würde. Hast du ähnliche Erfahrungen? Dann berichte mir doch im Kommentarteil!

 

Hinweis

Der vorliegende Bericht basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen. Die geschilderten Sichtweisen sind rein subjektiv und erheben keinen allgemeingültigen Anspruch.

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