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Anti Perfektionismus: Warum es besser ist, weniger zu wollen

„Perfektion ist ein Märchen.“ Brian Fanzo

Der Perfektionismus steckt in vielen von uns. Heimlich und leise lenkt er unser Denken und Handeln. Oftmals ohne, dass wir es merken und uns seinen Einfluss auf uns und unsere Lebensziele bewusst machen.

 

Kein Wunder, denn bereits von Klein an lernen wir, korrekt innerhalb der Linien zu malen, dass die Note Eins in der Schule das erklärte Ziel ist und, dass stetige Verbesserungen erwünscht sind. Das Streben nach Mehr und Besser wird schon früh in uns angelegt. Als Kinder auf Höher, Schneller, Weiter konditioniert, hinterfragen wir die zerstörerische Kraft des Perfektionismus im Heute nicht mehr.

 

Dabei ist Perfektionismus keine Tugend. Bei Weitem nicht. Was oft verkannt wird, ist die Tatsache, dass sich hinter dem Streben alles perfekt machen zu wollen, große Unsicherheiten und Ängste verbergen.

 

Perfektionismus soll scheinbare Sicherheit in einer unsicher wirkenden Welt geben. Doch ist das überhaupt möglich?

 

Lies weiter: Wie Perfektionismus Dein Selbstvertrauen tötet – In 5 Schritten zurück in die Freiheit

 

Wir klammern uns so verzweifelt daran, alles richtig zu machen, dass wir nur noch versagen können. Niemand kann immer alles richtig machen. Zumal Richtig nicht immer eine eindeutige Angelegenheit ist. Manchmal ist das scheinbar Richtige in der falschen Situation eben doch nichts anderes als das Falsche.

 

Und Perfektionismus ist meines Erachtens ist jeder Situation falsch. Er beherrscht unsere Gefühle und suggeriert uns stets nicht gut genug zu sein. Damit untergräbt er langsam aber unaufhörlich dein Selbstwertgefühl.

 

Im Coaching habe ich oft mit der Problematik des Perfektionismus zu tun. Klientinnen fragen sich, warum sie es einfach nicht schaffen, ihre Ziele zu erreichen. Oft fängt das ganze Problem bereits viel früher an, und ich sehe innere Blockaden, sich überhaupt Ziele setzen zu können.

 

Wenn du nicht daran glaubst, deine Ziele erreichen zu können, wirst du dir erst gar keine setzen. Damit ist Perfektionismus einer der Hauptgründe, warum wir nicht unsere Ziele erreichen. Gleichzeitig ist der eigene Drang nach Perfektion reine Selbstsabotage.

 

Lies weiter: Selbstsabotage #6: Ziele setzen? Brauche ich nicht

 

Ziele erreichen trotz Perfektionismus?

Der große Unterschied zwischen Erfolg im Leben und Misserfolg hängt letztlich an einer einzigen kleinen Frage.

 

Wie gehst du mit deinem Perfektionismus um?

 

Zwar sehe ich Perfektionsstreben als ein großes Problem beim Erreichen von Zielen an, doch kann man grundsätzlich jedes Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

 

So nehmen wir durchaus einiges an Erfahrung aus unserer frühen Prägung zur Perfektion mit.

Je nach Temperament formen unsere frühen Erfahrungen unseren Charakter zu einem großen Teil mit. Tugenden wie Fleiß, Sauberkeit und Korrektheit sind keine negativen Eigenschaften und so ist es auch als durchaus sinnvoll zu erachten, dass wir diese schon früh lernen und verinnerlichen.

 

Ich denke sogar, dass diese frühe Prägung uns im späteren Leben behilflich sein kann. Wenn wir sie gewinnbringend für uns nutzen.

Nur, wer den Ehrgeiz hat, sich Ziele setzen und seine Ziele erreichen zu wollen, wird erfolgreich sein Traumleben leben können.

 

Wichtig in Sachen Perfektionismus ist immer, sich selbst klar zu machen, wann genug ist.

 

Wann bist du zufrieden mit einem Ergebnis?

In welchen Momenten konntest du Ziele setzen und erreichen?

Bist du dir selbst genug? Und bist du vor allem gut genug für deine eigenen Ansprüche?

 

Die Beantwortung dieser Fragen richtet sich nicht nach objektiven Kriterien. Vielmehr ist es eine Frage deines eigenen Denkens und deiner Kommunikation mit dir selbst.

 

Lies weiter: Weil ich meine Ziele erreichen will: Positive Kommunikation mit Dir selbst

 

Siehst du in Problemen Herausforderungen? Betrachtest du in schwierigen Momenten die Chance, statt den vermeintlichen Misserfolg?

 

Lies weiter: Positiv denken oder warum Du alle Ziele erreichen kannst & Erfolgsgeheimnis #4: Sieh die Chance statt den Misserfolg

 

Schädlich wird Perfektionismus immer dann, wenn er uns vom Erreichen unserer Ziele abhält oder uns sogar erst gar keine Ziele setzen lässt, weil wir schlichtweg zu große Angst vorm Versagen haben.

 

Perfektionismus verfolgt kein konkretes Ziel. Es ist einfach nur niemals genug. Du fühlst dich nie gut genug und mit deinen Erfolgen bist du nie zufrieden, weil es immer noch besser gehen würde. Die innere Perfektion sucht stets nach der Steigerung, dem noch Besseren und redet dir dabei ein, niemals gut genug zu sein.

 

Das führt nicht nur zu konstant negativen Gefühlen, sondern sabotiert dich in deinen Lebenszielen und deinem Traumleben.

 

Glaubst du daran, dein wahres Traumleben leben zu können?

Nein? Warum nicht? Was hält dich wirklich auf?

 

Lies weiter: Traumleben: Ziele erreichen beginnt im Heute

 

Perfektionismus ist eine Illusion. Du kannst anfangen, endlich das Leben zu leben, welches du dir wünschst und, welches du wirklich verdienst.

 

Perfekt ein idealer Zustand, der de facto nie erreicht werden kann und lediglich theoretisch existiert. Aus diesem Grunde fordert uns Perfektionismus so unendlich viel Zeit und Energie ab. Investiere diese Zeit und Kraft doch lieber in deine Zielerreichung.

 

Lieber Ziele erreichen als Perfektionismus: Pareto weiß es besser

Ich weiß gar nicht, wie lange ich tatsächlich glaubte, alles müsse von Beginn an perfekt sein, bevor ich endlich starten kann. Wenn ich mit diesem Anspruch an mein Business herangegangen wäre, würde ich bis heute nichts auf die Beine gestellt haben.

 

Wenn ich an meine Anfänge zurückblicke, muss ich oft schmunzeln und sehe, wie viel ich gelernt und in durch Erfahrung deutlich verbessert habe. Aber diese Erfahrung musste ich erst einmal machen. Um Erfahrungen sammeln zu können, musst du starten. Am besten heute. Morgen wird nichts anders sein, du verlierst nur Zeit. Wertvolle Zeit – Deine Lebenszeit.

 

Darum lautet mein Motto heute: Pilot starten und done is better than perfect!

 

Gerade zu Beginn eines Online Business oder anderer Zielsetzung hat man oftmals grundlegende Denkfehler im Konzept. Die Erfahrung fehlt. Mit der Zeit holt man dieses Defizit auf und wird, wenn man es zulässt, richtig gut. Nicht perfekt. Aber wollen wir das überhaupt?

 

Lies weiter: Ziele erreichen mit der richtigen Fokussierung auf das Wesentliche

 

Mit der 80 / 20 Regel, auch Pareto Prinzip genannt, habe ich erst recht spät Bekanntschaft gemacht. Vermutlich hätte es mir viel Zeit und Kraft erspart, wenn ich früher über das Bewusstsein verfügt hätte, dass erledigt besser als perfekt ist.

 

Das Pareto Prinzip ist im Grunde eine ganz simple Erkenntnis. E darum, dass 80 Prozent der Arbeit in 20 Prozent der Zeit erledigt wird. Für die restlichen 20 Prozent der Arbeit, welche den Perfektionismus widerspiegeln, benötigt man hingegen 80 Prozent der Zeit.

 

Meines Wissens gibt es sogar wissenschaftliche Abhandlungen zu diesem Thema. Ich nehm es aber einfach mal als gegeben hin und glaube dem, was ich bei mir selber im Alltag beobachten kann.

 

Spätestens wenn es ins Detail geht, wird die Arbeit zeitintensiv. Wissenschaftliche Studien muss ich dafür nicht führen. Es ist bei mir tägliche Realität und bei dir sicherlich auch.

 

Erkenntnisse aus der Praxis

Einst machte mich ein Arbeitskollege darauf aufmerksam, dass in den meisten Fällen die fehlenden 20 Prozent niemandem auffallen. Wir sprachen länger darüber, weil es ein wirklich interessantes Thema war.

 

Warum merkte niemand, wenn ich meinen Zeitaufwand um 80 Prozent reduzierte und 20 Prozent „schlechtere Arbeit“ ablieferte? Wir erklärten uns diesen Umstand mit zwei einfachen Antworten.

 

Die restlichen 20 Prozent sind im Normalfall nur noch reiner Perfektionismus und dienen ausschließlich der Detailarbeit.

 

Andere Menschen haben andere Ansichten davon, was gut, schlecht oder perfekt ist. Das heißt, wenn ich mit dem Thema vertraut bin, fallen mir womöglich kleinste Details sofort auf. Jemand, der nur das fertige Ergebnis sieht, ist meist von der Informationsdichte so erschlagen, dass er die Details gar nicht wahrnimmt.

 

Darüber hinaus ist es oftmals gar nicht sinnvoll, den ersten Entwurf als perfekte Arbeit zu liefern, da meist Veränderungen vorgenommen werden, die deinen 80 prozentigen Zeitaufwand schnell überflüssig machen.

 

Perfektionsmus lähmt und hält dich von deinen Zielen fern

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass mich persönlich mein eigener Perfektionismus lähmt. Einerseits wende ich sehr viel Zeit für die letzten feinen Details auf, die ein anderer vermutlich gar nicht bemerken würde, und ich neige dazu, an meiner Arbeit stoisch festzuhalten, eben weil sie mir so viel Energie abverlangt hat.

 

Beides ist nicht sinnvoll, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.

 

Lies weiter: Hilfe, ich erreiche meine Ziele nicht

 

Im Business, aber auch im Privaten ist es nicht zielführend an Strukturen, die sich nicht bewähren können, festzuhalten. Es ist essenziell, flexibel zu sein und zu bleiben. Sinnbildlich gesprochen sind 80 Prozent wesentlich flexibler als 100 Prozent. Schließlich bleiben 20 Prozent, die du ohne größere Probleme anpassen kannst.

 

Wenn ich meine Arbeit und mein Tun auf 100 Prozent Perfektionismus auslege, habe ich 0 Prozent Flexibilität übrig. Somit müsste ich im schlimmsten Falle von vorn beginnen, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern, oder ich neue Erkenntnisse habe, die eine Veränderung notwendig machen.

 

Entspannter kommst du schneller ans Ziel

Du kannst dir also jede Menge Arbeit und Aufwand sparen, wenn du an deine Planungen entspannter rangehst und den Perfektionismus aussperrst. Für mich gilt das sowohl in meinem Online Business und Ziele-Coaching, wie auch im privaten Bereich.

 

Der Tag hat nur 24 Stunden und da mir Schlaf recht wichtig ist, möchte ich daran nicht unbedingt sparen. Somit will ich die verbleibenden Stunden so effizient, wie möglich nutzen.

 

Dabei ist es nicht immer leicht, alle Punkte, der To-Do-Liste abzuarbeiten. Aber mal ehrlich, was spricht denn dagegen, einen Punkt auf den nächsten Tag zu verschieben?

 

Lies weiter: Wie Dir eine To-Do Liste hilft, Deine Ziele zu erreichen

 

Nicht dringend, sondern wichtig

Wenn auch du dazu neigst, in den 1000 Aufgaben, die du dir für diesen Tag wieder aufgehalst hast, förmlich den Überblick zu verlieren, dann macht eine Kategorisierung der einzelnen Punkte Sinn. Anstatt immer den dringlichsten aber unwichtigen Punkt zu erledigen, nimmt dir lieber den wichtigen aber weniger dringenden Punkt vor.

 

Auch wenn die Regale dringend abgestaubt werden sollten, passiert nichts Dramatisches, wenn du das Putzen einen Tag weiterschiebst. Ein Angebot für deinen Kunden schreiben, dass in drei Tagen erst fertig sein muss, ist viel wichtiger. Im Idealfall kannst du es deinem Kunden bereits früher, als dieser es erwartet, zusenden.

 

Wie würdest du als Kunde darüber denken? Vielleicht so: Wow, die arbeitet ja echt schnell, so früh habe ich damit gar nicht gerechnet.

 

Dein Kunde ist sicher positiv überrascht und die Wahrscheinlichkeit einer Zusammenarbeit steigt. Was würden deine staubfreien Regale indes für dich tun? Richtig, am übernächsten Tag wieder eingestaubt sein.

 

Lies weiter: Selbstständigkeit: Warum mein Online Business kein Selbstzweck ist & Selbstsabotage #5: Ich verdiene nicht genug Geld, um in mein Business zu investieren

 

Lieber glücklich sein als perfekt

Wenn du proaktiv dein Leben gestaltest und nicht mehr länger nur reaktiv, kannst du deine Zeit besser nutzen und endlich deine Ziele erreichen. Das Leben sollte nicht nur aus Arbeit bestehen, daher ist es sicher auch für dich eine Erleichterung, deine Aufgaben zu organisieren – und das alles weit entfernt von Perfektionismus.

 

Natürlich erreichen sich deine Ziele nicht von allein. Doch je mehr Zeit du effektiv zum Erreichen deiner Ziele nutzen kannst, desto erfolgreicher wirst du sein. Sei lieber glücklich, anstatt perfekt. Du solltest es dir wert sein.

 

Lies weiter: Lieber glücklich sein – Glück ist eine bewusste Entscheidung

 

 

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4 Kommentare

  1. Hallo Janine,
    ein wirklich toller Post der mich hier und da auch zum Nachdenken gebracht hat. Ich werde hier und da auch einiges ändern, gerade vor 6 Wochen habe ich mit meinem Blog angefangen. Jetzt durch die DSGVO festgestellt, dass mein Hoster so nicht passt und muss umziehen. Drama und Nervenkiller pur das Ganze und dennoch viele andere Punkte die man so nebenbei noch erledigen muss, aber dank deinem Post sehe ich das alles ein wenig anders, also vielen Dank dafür!!
    Liebe Grüße Eileen

  2. Hi Eileen,

    danke für die netten Worte. Ja die DSGVO nervt teils richtig an und schafft vermutlich für jeden kleinere und größere Probleme. Ein Hostingumzug ist dabei auch für mich eine totale Horrorvorstellung. Da ist es sicher auch sehr schwer, die Dinge mal eben easy zu sehen. Ich hoffe, dass dein Umzug gut über die Bühne geht und du keine technischen Probleme dabei auch noch lösen musst!

    Liebe Grüße
    Janine

    • Hallo Janine,
      ja mittlerweile bin ich umgezogen und es war zwar anfangs etwas schwer aber mit viel Hilfe aus dem Internet und verschiedenen Facebookgruppen machbar 🙂
      Dafür habe ich jetzt auch endlich eine eigene .de Kennung.
      Und jetzt kann ich endlich wieder meine Zeit nutzen um selbst Content zu erzeugen und auf anderen Blogs die Artikel zu lesen, dass finde ich nämlich super toll!
      Liebe Grüße Eileen

      • Hallo Eileen,

        es freut mich echt sehr für dich, dass du den ganzen Stress jetzt überstanden hast und dich wieder schöneren Dingen widmen kannst. Ich denke diese DSGVO hat uns alle ganz schön auf Trapp gehalten und ich muss zugeben, dass ich oft darüber geflucht habe. 😀
        Aber gut, dass du wieder mehr Zeit für die angenehmen Dinge hast und auch bei mir immer mal vorbei schaust. 😉

        Liebe Grüße
        Janine

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