Schwangerschaft und neuer Job – zwischen Freude und Wahnsinn

Schwangerschaft und neuer Job
Schwangerschaft und neuer Job

Was für ein Wunder

 

Ein Wahnsinnsgefühl, was man kaum beschreiben kann, wenn der Test tatsächlich positiv ist.

 

Ich konnte es kaum glauben und traute meinen Augen nicht, als ich die zwei rosa Streifen auf dem Test gesehen habe. Die ein oder andere von euch kennt es vielleicht schon. Man hofft und bangt jedes mal aufs Neue. Man versucht, in sich zu gehen und hofft, dass jedes Ziepen und Zwicken das langersehnte erste Zeichen für eine angehende Schwangerschaft ist.

 

Ich habe schon sehr sehr lange auf eine Schwangerschaft hin gefiebert. Wenn es nach mir ginge hätte ich am liebsten schon mit 24 eine Großfamilie. Dementsprechend groß war die Freude bei mir und natürlich auch bei meinem Mann, als wir dann endlich den positiven Test in den Händen hielten.

 

Der große Zwiespalt

 

Du denkst dir jetzt sicher: Wieso Zwiespalt?, wenn ich schon so lange auf eine Schwangerschaft gewartet habe. Dann gehen wir nochmal ein Stück zum Anfang zurück.

 

Als ich nach einigen Monaten und einigen Versuchen leider immer noch nicht schwanger war, hatte ich die Vermutung, es läge daran, dass ich mit meinem Job unzufrieden war. Es war eigentlich nur als vorübergehender Teilzeitjob gedacht, da wir ja sowieso geplant hatten, eine Familie zu gründen. Mit der Zeit litt ich aber doch sehr unter der Schikane am Arbeitsplatz und habe mir trotz Familienplanung einen neuen Job gesucht.

 

Eigentlich wollte ich nie mehr in meinen gelernten Beruf als Zahntechnikerin zurückkehren, aber da man ja nie so genau wissen kann, wie lange die gewünschte Schwangerschaft auf sich warten lässt, wollte ich mir die Chance auf einen späteren Wiedereinstieg aber natürlich auch die finanzielle Absicherung nicht vertun.

 

Wie es das Schicksal so will, fiel der positive Test noch genau in die 4 Wochen Kündigungsfrist. Also zwei Wochen vor Antritt in den neuen Job. Nichts desto Trotz überwog bei mir die Freude. Doch mit jedem Tag, den ich dem neuen Job entgegen ging verflog die erste Freude und ging in blanke Angst und Anspannung über. Mich beschäftigten Tag und Nacht Fragen über Fragen. Sollte ich dem Chef gleich zu beginn bescheid sagen, sollte ich die Schwangerschaft die ersten 12 Wochen lieber für mich behalten, wie wird er reagieren wenn ich ihm die Schwangerschaft mitteile?

 

Als der Tag der Tage gekommen war und ich meinen neuen Job angetreten bin, hatte ich mich dazu entschieden meinen Chef erst nach Ablauf der 12 Schwangerschaftswoche davon zu unterrichten. Ich konnte mich anfangs auch recht gut entspannen und im neuen Job ankommen. Doch als ich am darauffolgenden Wochenende wieder zuhause entspannen konnte, musste ich schnell feststellen, dass die Anspannung noch schlimmer als zuvor war. Das Resultat folgte mit einer schlimmen Kieferverspannung, weshalb ich das ganze Wochenende kaum essen und trinken konnte. Ich suchte Trost und Rat bei meiner besten Freundin und meinem Mann, die mir sehr viel Mut machen konnten. Also entschied ich mich in der neuen und für mich zweiten Arbeitswoche meine Schwangerschaft bekannt zu geben.

 

Der Schock

 

Vielleicht hast du dir ja schon ausgemalt wie dein Chef mit so einer Nachricht umgehen würde. Cholerischer Wutanfall, stillschweigende Ignoranz, persönliche Angriffe jeglicher Art?

 

Ich war nach diesem unentspannten Wochenende zumindest auf alles gefasst, nur nicht auf das was letzten Endes eingetreten ist.
Mein Chef reagierte ruhig und gefasst, er ist sehr fair mit der Situation umgegangen und hat mir absolut keine persönlichen oder unfaire Anschuldigungen und Beleidigungen an den Kopf geworfen. ABER – Er schickte mich aufgrund seiner Fürsorgepflicht sofort nach Hause.

 

Etwa eine Woche später bekam ich dann die endgültige Antwort. Aufgrund vieler verschiedener Tätigkeitsbereiche in meinem Beruf als Zahntechnikerin bin ich diversen gefährdenden Stoffen, Dämpfen etc. ausgesetzt und da mein Chef dieses Risiko nicht tragen wollte, schickte er mich sofort ins Beschäftigungsverbot.

 

Als ich den ersten Schock verdaut hatte und das schlechte Gewissen endlich nachließ, folgten auch schon die allgemeinen Beschwerden die eine Schwangerschaft so mit sich bringt.
Wobei ich gleich zu Beginn sagen muss, dass ich was das anging wirklich verschont war.
Bis auf die Tatsache, dass ich zu jeder Tages und Nachtzeit und in den unmöglichsten Positionen einfach eingeschlafen bin, plagte mich noch etwas die Übelkeit. Ich hatte auch einige Zeit etwas mit dem Kreislauf zu kämpfen, wobei ich das auf die psychische Belastung geschoben habe. Alles in allem geht es uns nun seit zwei Wochen wieder bedeutend besser und ich habe mich inzwischen auch damit abgefunden, schon die Schwangerschaft über nichtmehr zu arbeiten.

 

Die Freude auf die Schwangerschaft kehrt zurück

 

Oh ja, nach all dem Stress und den negativen Gefühlen von Angst, Unsicherheit, Anspannung und Co kehrt die Freude zurück. Das Gefühl die Schwangerschaft nun endlich genießen zu können ist einfach schön und wir freuen uns schon sehr auf die kommenden 12 Schwangerschaftswochen. Mir lag dieser Bericht sehr am Herzen, da es sicherlich vielen jungen Frauen so geht wie mir. Selbstverständlich ist so eine Situation für den Arbeitgeber sehr ärgerlich, aber es gibt keinen Grund Angst davor zu haben dem Arbeitgeber von dem Wunder zu berichten.

 

Wir sind vom ersten Tag der bestehenden Schwangerschaft geschützt, egal ob schriftlich oder mündlich geschlossener Arbeitsvertrag, Probezeit oder gerade einen neuen Job angetreten.
Vor allem, wenn man in seinem Job mit gesundheitsgefährdenden Stoffen umgeben ist, sollte man keine Scheu haben, die Schwangerschaft zu verkünden um sich selbst, vor allem aber das kleine Wunder zu schützen.

 

Wenn ihr noch mehr über mich erfahren wollt, dann schau doch mal bei Wie alles begann vorbei. Lasst mir gerne Kommentare, Anregungen und Fragen da, wenn euch der Bericht gefallen hat. 

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