Schwangerschaft, Persönlichkeitsentwicklung und die Geburt zweier Menschen
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Eine Schwangerschaft verändert mich nicht

Schwangerschaft, Muttersein, Babys und Familienleben all das sind Dinge, von denen ich immer glaubte, dass sie mir nichts anhaben könnten. Ich bin tatsächlich mit der Illusion an diese ganze schwanger sein Sache herangegangen, zu denken, ich würde mich nicht verändern und würde immer ich selbst bleiben.

 

Dabei stelle ich mir heute die Frage, was heißt ich selbst bleiben und ich selbst sein in diesem Zusammenhang überhaupt? Zumal ich mir seit geraumer Zeit Gedanken über Selbstfindung und Selbstverwirklichung mache. Vermutlich bin ich Ich selbst geblieben. Ich bin jetzt halt nur mein neues Ich. Eventuell bin ich sogar ein Stück weiter auf meinem Weg zu meinem besten Selbst.

 

Das beste Selbst, ich selbst sein und bleiben, Selbstverwirklichung – diese ganzen Begriffe und Themen sind nichts Statisches, nichts, was einmal festgelegt ist und dann für immer so bleiben wird. Alles ist im Fluss und in einem andauernden Veränderungsprozess. Und das ist auch gut so. Wie sonst sollte man sich entwickeln und je bei seinem besten Selbst ankommen können? Das beste Selbst ist dabei auch ein Symbol für ein sich stetig entwickelndes Ich. Was gut, besser und das Beste ist, ist letzten Endes immer vom eigenen Blickwinkel, Lebensentwurf und vor allem der aktuellen Lebenssituation abhängig.

 

Mein dynamisches Ich

Ich muss mich also von dem Gedanken lösen, ich selbst bleiben zu können, während mein Leben sich gerade grundlegend verändert. Ich werde dabei immer und zugleich niemals ich selbst bleiben. Je nachdem, wie ich mein Ich definiere.

 

Ich habe erkannt, dass mein Ich nichts Festes ist. Ich verändere mich in jedem Augenblick meines Lebens immer ein Stückchen weiter, ohne dies zu bemerken. Dabei wirken starke Veränderungen im Leben wie ein Katalysator für die eigene Entwicklung und Persönlichkeit.

 

Hat mich die Schwangerschaft verändert?

Heute bin ich anders als noch vor der Schwangerschaft und dennoch mehr ich selbst als je zuvor. Und das, obwohl ich dachte, dass mich eine Schwangerschaft nicht verändern würde. Klingt schon etwas naiv oder? Vielleicht war ich das auch. Jedenfalls denke ich heute anders über das Schwanger sein und merke, dass Frau gegenüber der Natur ein Stück weit machtlos ist.

 

Mir ist heute bewusst, dass die Schwangerschaft keine Probezeit ist, in der man sich entscheiden kann, ob man das mit dem Kinderkriegen nun cool findet, oder doch eher nicht. Man kann den Vertrag nicht kündigen und sagen: Ok, die Sache mit dem Muttersein ist noch nicht mein Ding. Es ist mir klar geworden, dass vom Zeitpunkt der Empfängnis an, sich nicht nur ein neues einzigartiges Leben entwickelt, sondern zugleich auch eine Mutter und ein Vater geboren werden.

 

Und allein diese Veränderung, dieser krasse Einschnitt in das eigene Leben, ob man ihn nun bewusst wahrnimmt oder nicht, verändert einen bereits grundlegend. Das ist jedenfalls meine heutige Sichtweise.

 

Die Verantwortung wird zuvor geboren

Ich muss sagen, dass ich meine Schwangerschaft lange ein Stück weit verdrängt habe. Nicht aus Böswillen, sondern weil ich zum einen Angst hatte, dass es doch noch wieder gehen könnte und zum anderen, weil ich gedanklich vielleicht noch gar nicht soweit war, zu realisieren, was das für mich bedeutet.

 

Mit einer Schwangerschaft kommt nicht nur ein dicker Bauch, Übelkeit und was sonst noch für Problemchen damit in Verbindung stehen. Gleichzeitig kommt auch eine große Verantwortung auf einen zu und die unglaubliche Wahrheit, dass da tatsächlich ein kleiner Mensch in einem drin am entstehen ist. Allein diesen Gedanken finde ich überwältigend.

 

Hinzu kommt die normale Angst vor der Veränderung. Mit der Schwangerschaft ist eine Phase angebrochen, die Unsicherheit bezüglich der Zukunft mit sich bringt und dieses Noch nicht Wissen muss man mindestens 40 Wochen aushalten.

 

Mütterliche Weisheit

Ich hatte es wirklich nicht geglaubt, aber heute weiß ich endlich was damit gemeint ist, wenn Frauen sagen, dass die Schwangerschaft sie verändert hat und auch einen selbst verändern wird. Es ist dieses Wissen, was man nur haben kann, wenn man selbst schwanger ist oder war und die innere Verwandlung miterlebt hat. Wenn man erfahren hat, wie sich mit jedem Tag ein bisschen mehr das alte Ich, welches nicht wahrhaben wollte, sich durch eine Schwangerschaft zu verändern, in das neue Ich – das Mutter-Ich – verwandelt.

 

Ein Leben entstehen zu lassen ist eine so fundamentale Erfahrung, dass ich mich heute frage, wie ich überhaupt nur im Ansatz glauben konnte, dass mich das nicht verändern würde. Ich denke, das zeigt, dass ich dieses fantastische Wunder völlig verkannt hatte.

 

Es ist ein wundervoll erhabenes Gefühl, die natürliche Stärke und Macht, die wir als Frauen inne haben, zu erleben. Mir wird deutlich, was es heißt Frau zu sein und was die weibliche Bestimmung ist.

 

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