Glücklich sein eine bewusste Entscheidung
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Glücklich sein

Nur wenige Dinge erscheinen auf den ersten Blick so leicht und entpuppen sich als eine der größten Herausforderungen im Leben. Es ist einer dieser persönlichen Wünsche, den im Grunde jeder hat und der sich infolge dessen auf der Wunschhitskala mit ganz oben einreiht. Ein nahezu universeller Wunsch sozusagen.

 

Warum dies so ist erkläre ich mir mit derselben Antwort, welche ich mir darauf gebe, warum es so schwer ist, tatsächlich glücklich sein zu können. Glücklich sein ist ein ähnliches „Ding“ wie Liebe, Zufriedenheit oder sogar Gesundheit. Alle diese Begriffe sind immaterielle Güter, die für jeden etwas anderes bedeuten können und vermutlich auch für jeden tatsächlich etwas anderes bedeuten.

 

Man kann nicht überprüfen, ob der Nachbar das Gleiche unter Glück oder glücklich sein versteht, wie man selbst. Es gibt keine externen und objektiven Messkriterien für Begriffe, die im Grunde fast ausschließlich auf einem Gefühl basieren. So wird dieser Umstand für mich meist offenkundig, wenn ich versuche, meine Bedeutung von Glücklich sein zu beschreiben. Es fällt mir nicht nur irre schwer, sondern fällt mir zudem auf, dass sich beim Denken an diesen Begriff eine konkrete Vorstellung eines Gefühls in mir breit macht. Genau dieses Gefühl nutze ich dann, um Glücklich sein beschreiben zu können.

 

Glücklich sein ist…

  • sich richtig gut zu fühlen.
  • keine Sorgen zu haben.
  • sich von Energie durchströmt zu fühlen.

 

Diese Liste ist nahezu unendlich erweiterbar. Und dennoch wird mir erneut bewusst, dass es eine sehr starke Gefühlskomponente beinhaltet. Mit dem Thema Liebe ist es das Gleiche. Versuch doch mal, das Wort Liebe jemandem zu erklären, der nicht weiß, was es bedeutet.

 

Warum kann ich nicht einfach jeden Tag glücklich sein?

Vor allem in emotional schwereren Zeiten oder an schlechten Tagen fragte ich mich das des Öfteren. Warum kann ich mich nicht einfach dafür entscheiden, glücklich zu sein? Was ist daran so schwer?

 

Nun ich denke zum einem ist es schlichtweg notwendig, auch den eigenen negativen Gefühlen ihren Platz zuzugestehen. Im Leben gibt es immer mal wieder Dinge, die passieren und die uns nicht glücklich machen. Es ist in solchen Momenten völlig normal und auch ok, sich nicht glücklich zu fühlen, sondern eventuell traurig oder wütend.

 

Die eigentliche Frage, die sich dabei aber stellt, ist doch eigentlich diese: Bin ich wegen einem schlechten Tag oder Misserfolg ein unglücklicher Mensch?

 

Und wenn ich nun den Blickwinkel auf das Thema Glücklich sein ein bisschen verändere und mir bewusst mache, dass es nicht immer darum geht, dass ich jeden Tag die Welt umarmen muss, um glücklich sein zu können, wird es bereits viel leichter, tatsächlich glücklich zu sein.

 

In diesem Sinne kann glücklich sein eine bewusste Entscheidung sein. Ich kann aktiv etwas dafür tun, mich glücklich zu fühlen, anstatt die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu warten, dass sich in mir drin von allein ein Glücksgefühl einstellt.

 

Die eigentliche Herausforderung im Glücklich sein sehe ich weniger darin, dauerhaft einen Gefühlszustand aufrechtzuerhalten (was ich für unmöglich und widernatürlich halte), sondern besteht sie vielmehr darin, sich der eigenen Privilegiertheit täglich aufs Neue bewusst zu sein. Genauer betrachtet könnte man das Glücklich sein demnach auch als eine Form der Dankbarkeit sehen.

 

Der Blick auf die Dinge und die Wahrnehmung

Wenn ich mich mal wieder schlecht fühlen sollte und nur so im Selbstmitleid ertrinke, versuche ich mir genau das ins Bewusstsein zu rufen. Meist in Verbindung mit meinen Überlebensstrategien für miese Tage. Das eigene Leben und der damit verbundene Lebensstandard erscheinen einem selbst immer normal und nicht weiter beachtenswert. Schließlich hat man das eigene Leben ja jeden Tag. Doch wenn wir uns ehrlich mit dem befassen, was wir haben, was wir aus tiefster Seele schätzen und wofür wir tief dankbar sind, erkennen wir, dass glücklich sein ganz einfach sein kann.

 

Dabei wird mir persönlich immer deutlich, dass mein persönliches Glück nicht davon abhängt, wie viel Geld ich habe, oder ob ich in einem besonders großen Haus wohne, oder ob ich das tollste Auto fahre.

Nein: Diese materiellen Dinge verschwimmen und treten neben dem, was wirklich zählt in völlige Bedeutungslosigkeit. Ich bin gesund und die wichtigsten Menschen um mich herum sind es auch. Ich habe jeden Tag ein warmes zuhause und ein gemütliches Bett, in dem ich erholt schlafen kann. Auch an Essen und frischem Wasser mangelt es mir nicht.

Und so könnte ich noch viele weitere Dinge finden, die mein Leben angenehm und lebenswert machen. Beruflich gesehen bin ich frei, zu tun, was immer ich mir wünsche. Natürlich muss ich auch die nötigen Grundvoraussetzungen erfüllen. So würde das Ganze schwer werden, wenn ich morgen Quantenphysikerin sein will. Aber dieses Fachgebiet, so spannend ich es auch finde, liegt schlichtweg nicht in meinem Talentrahmen.

 

Und dennoch kann ich behaupten, alles zu haben, was ich brauche, um dankbar zu sein und mich wahrhaftig glücklich zu fühlen. Je mehr ich mich von der Vorstellung Glücklich sein habe etwas mit den klassischen Werbebotschaften (materieller, verschwenderischer Lebensstil) zu tun, löse, desto zufriedener werde ich und kann verstehen, dass ich mich bewusst fürs Glücklich sein entscheiden kann.

Glücklich sein braucht eigentlich nicht viel

 

Somit definiere ich glücklich sein heute als Lebenseinstellung, welche ich ganz bewusst wählen kann. Wir sind nicht das Opfer unserer Umstände, sondern können jederzeit die freie Entscheidung treffen, glücklich zu sein. Die Kunst besteht in meinem Verständnis darin, auch aus negativen Dingen das Positive herauszufiltern und für sich auf positive Weise und für das persönliche Wachstum zu nutzen. Letzten Endes geht es auch ein Stück weit um die eigene Selbstfindung im Glücklich sein.

 

Vorteile von Glücklich sein

Dabei hält diese neue Lebenseinstellung viele Vorteile für uns bereit, die das Potential haben, unser Leben nachhaltig positiv zu verändern.

 

  1. Du fühlst dich nicht mehr unterprivilegiert und förmlich vom Pech verfolgt.
  2. Gleichzeitig kannst du das Gute in deinem Leben viel mehr genießen.
  3. Das Gefühl von Dankbarkeit entlastet deine Seele und lässt dich zur Ruhe kommen
  4. Du bist zufrieden mit dem, was du hast und lebst nicht länger in einem Defizitgefühl.
  5. Dinge, die neu in dein Leben kommen, kannst du mehr schätzen.
  6. Du siehst vermutlich nichts mehr als selbstverständlich

 

Glücklich sein ist folglich eine Frage der Wahrnehmung und persönlichen Wertvorstellung. Was ist für mich wertvoll im Leben und was erstrebenswert? Wie definiere ich für mich Glück? Hat Glücklich sein für mich einen tieferen Sinn oder fühle ich mich glücklich, wenn ich konsumiere? Und was sagt das über meinen geistigen und emotionalen Zustand aus? Ist exzessiver Konsum nicht nur eine oberflächliche Befriedigung fremderzeugter Bedürfnisse?

 

Diesen Fragen einmal näher auf den Grund zu gehen, kann durchaus sehr gewinnbringend für die eigene Perspektive sein. Glück ist nichts Objektives, was ich habe oder nicht. Ich kann es durch meine Sichtweise erzeugen oder verhindern.

 

Meine Gedanken erschaffen meine Realität

Ich denke, es ist wichtig, zu akzeptieren, dass nicht immer alles nur schön sein kann. Unangenehmerweise sind vor allem die negativen Erfahrungen von besonderer Bedeutung für unsere persönliche Entwicklung. Ein Problem ist nur dann ein Problem, wenn wir die Lösung dazu noch nicht kennen. Das heißt, wir müssen über unseren bisherigen Horizont hinauswachsen.

 

Ohne Licht gäbe es keinen Schatten. Es ist das ewige Prinzip einer natürlichen Dialektik. Und so ist es auch völlig unmöglich, sich immer glücklich zu fühlen. Aber es ist möglich immer glücklich zu sein. Nämlich dann, wenn ich Glücklich sein nicht als ein reines Gefühlserleben verstehe, sondern als einen Zustand, welchen ich in Dankbarkeit einnehmen kann.

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2 Kommentare

  1. Hallo Janine, ein sehr schönes Thema und ein toll geschriebener Blogpost! Ich finde auch, dass es die normaleren Tage bzw. etwas schlechteren schon braucht, damit man die glücklichen Tage mehr schätzt. Sonst gewöhnt man sich daran und sieht die besonderen Dinge eben nicht mehr als besonders 🙂 Liebe Grüße, Julia

    • Hi Julia,

      danke für dein Feedback. Ja so sehe ich das auch. Und ich denke, wenn man sich daran erinnert, kommt man seinem persönlichen Glück auf jeden Fall schon ein großes Stück näher.

      Liebe Grüße
      Janine

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