Intrinsische Motivation - Oder: Was motiviert mich wirklich?
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Vorsicht: Dieser Post enthält einige wirre Gedanken. Nur weiterlesen, wenn du wirklich bereit bist. 😉

 

Intrinsische Motivation vs. Extrinsische Motivation

Die berühmte intrinsische Motivation. Ich habe da mal eben ein paar für mich neue Gedanken entwickelt. 🙂

 

Bereits in meinem Studium hatte ich das Thema intrinsische und extrinsische Motivation als Bestandteil der Motivationspsychologie bzw. der kognitiven Lerntheorie. Das Thema ist an und für sich also nicht unbedingt neu für mich.

 

Trotzdem komme ich von diesem Thema aktuell nicht mehr los. Mein Blickwinkel auf die intrinsische Motivation hat sich verändert und damit fundamental auch mein Denken darüber.

War es für mich früher nur Mittel zum Zweck (extrinsische Motivation), um mein Studium erfolgreich abschließen zu können, so ist das jetzt komplett anders. Jetzt ist Motivation für mich in einer ganz praktischen Weise spannend.

 

Was mir früher nur wissenschaftlich diente, entdeckte ich vor Kurzem für meinen Alltag. Oh, ich kann dieses verstaubte Wissen ja allen Ernstes praktisch gebrauchen!

Jedenfalls ist das mein Ziel.

 

Dazu muss ich allerdings komplett anders an die Motivation herangehen. Ich muss sie tatsächlich verstehen. Das Verständnis von intrinsischer Motivation liegt dabei weit entfernt von einer rein wissenschaftlichen Definition. Das bedeutet erstmal Arbeit.

 

Was mich wirklich motiviert

An manchen Tag geht förmlich alles von allein und an anderen fühlt sich alles einfach nur gezwungen an. Was ist anders? Im Grunde ist es doch die gleiche Situation. Ich an einem ganz normalen Wochentag an meinem Schreibtisch, bemüht produktiv zu sein.

 

Der Unterschied scheint in meiner Einstellung zu liegen. Leider habe ich mir diese selbst zuzuschreiben und kann niemanden sonst beschuldigen. Damn

 

Also fing ich an, das alles zu hinterfragen.

Als intrinsische Motivation wird allgemein eine Motivation von innen heraus bezeichnet. Sie kommt also ohne äußere Belohnung aus.

 

Wenn ich das nun mal auf mich übertrage: Ich bekomme von niemandem ein Bonbon für meine Arbeit. Wenn ich früh um sieben an meinem Schreibtisch sitze und mich an die Erledigung der ersten Aufgaben mache, tu ich das, weil ich mich dazu entschieden habe. Da bleibt aber dennoch die Frage offen – Was motiviert mich dazu?

 

Ich habe mich ganz bewusst für meinen Freiberuf entschieden und würde nichts anderes machen wollen. Daher würde ich meine Arbeit definitiv als intrinsisch motiviert beschreiben. (Was im Ansatz erklärt, warum ich mich früh um 7 Uhr bereits an meinen Schreibtisch quäle.) Ich habe eine Beziehung zu meiner Arbeit und meinen Zielen. Diese habe ich schließlich selbst gewählt.

 

Motivation und Belohnung

Aber warum habe ich dann an manchen Tagen so eine negative Einstellung zu den Dingen, die ich erledigen muss / sollte bzw. will?

Ich denke, dass die strikte Unterscheidung in intrinsische Motivation und extrinsische Motivation zwar im wissenschaftlichen Kontext relevant ist, wir Menschen im hier und jetzt aber nun mal anders ticken.

 

So steht niemand neben meinem Schreibtisch und reicht mir für jedes Wort, was ich schreibe, eine Belohnung. Leider – wäre schon irgendwie cool. 😉

 

Und dennoch erledige ich meine Arbeit, ohne äußerlich erkennbaren Grund. Ich könnte es auch bleiben lassen. Ja das könnte ich und das Verrückte daran ist, dass es keinen Unterschied machen würde, außer dass ich wesentlich mehr Freizeit hätte. Vermutlich fragst du dich gerade, wie man so doof sein kann.

 

Aber halt! Ich kann es dir erklären. Noch bin ich nicht völlig geisteskrank.

 

Du erinnerst dich, dass ich vor einer Minute was von meiner Arbeit und meinen Zielen, die ich mir selbst ausgesucht habe, erzählte? Sehr gut, denn das ist auch schon des Rätsels Lösung. Ganz richtig, ich habe Ziele und wenngleich ich heute noch keine Belohnung für meine Arbeit erhalte, so motiviert mich das freie Arbeiten und die Aussicht auf das Erreichen meiner Ziele enorm. Und anders funktioniert das auch nicht. Ohne meine Ziele würde ich vermutlich alles hinschmeißen, weil auch ich lieber mehr freie Zeit hätte.

 

Diese Belohnung ist von außen nicht zu erkennen. Aber sie ist da. Und so ist es auch für mich ok, auf ein noch weiter entfernt liegendes Ziel hinzuarbeiten, wenngleich ich heute keine unmittelbare Belohnung dafür erhalte. Es ist halt intrinsische Motivation. Ja ok, ich mache es wegen meinem Ziel und auch dieses habe ich vermutlich aus einem bestimmten Grund heraus. Am Ende steht aber immer die intrinsische Motivation. Davon bin ich inzwischen überzeugt, ansonsten wären wir vermutlich alle als Menschheit schon längst nicht mehr hier.

 

Den Unterschied zwischen motivierten und unmotivierten Tagen macht für mich demnach vor allem meine Fokussierung aus. Wie bereits in meinem Beitrag Die Kunst der Selbstmotivation beschrieben, ist es wichtig, auf das Ziel fokussiert zu sein, um die eigene Motivation aufrecht zu erhalten.

 

Intrinsische und extrinsische Motivation untrennbar?

Und wo ich schon mal dabei war, machte ich mir noch mehr Gedanken über intrinsische Motivation. Eine genaue Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation erscheint mir bei näherer Betrachtung als schwierig. Vielmehr erscheint es mir so, als sei beides vom jeweiligen Standpunkt abhängig.

 

Erlebe ich mein Ziel als gut und sinnvoll, habe ich eine hohe Eigenmotivation, alle notwenigen Schritte zu gehen, um es zu erreichen. Die Sache selbst macht mir in diesem Falle Spaß. An Tagen, wo ich den Fokus verliere und der Sinn meines Ziels für mich ins Wanken gerät, steht mir diese Selbstmotivation nicht zur Verfügung. Es fühlt sich an, als würde die intrinsische Motivation sich in eine extrinsische verwandeln.

 

Dabei kam mir der Gedanke, dass eine extrinsische Motivation eventuell immer auf einer intrinsischen beruht. Auch wenn dir jemand eine Belohnung bietet, kannst du ablehnen. Sprich, du wärst trotz allem nicht motiviert.

Daher bin ich der Meinung, dass der entscheidende Auslöser in einer zugrunde liegenden intrinsischen Motivation liegen muss.

 

Wenn ich also etwas mache, was ich nur wegen der Belohnung unternehme, so habe ich dennoch etwas davon. Die Frage ist nur was? Und wenn du nun erkennen kannst, was es ist, weißt du, was dich wirklich motiviert.

 

Eventuell ist die Belohnung besonders attraktiv oder du erkennst einen positiven Mehrwert in der Sache, welchen du zuvor nicht betrachtet hast oder du bist gewillt, Nachteile zu vermeiden. Alle drei Gründe haben jeweils eine „intrinsische Belohnung“ in sich und können somit dazu motivieren, etwas zu tun, was man sonst nicht aus freien Stücken getan hätte. In diesem Sinne verbirgt sich hinter der extrinsischen Motivation zwangsläufig eine intrinsische.

 

Nichts geht ohne Motivation

Da unser ganzes Handeln grundsätzlich von unserer Motivation abhängig ist, kann dieser Gedanke nahezu endlos weitergeführt werden. Das heißt, man kann immer wieder die Warum-Frage stellen. Zum Beispiel: Warum ist die Belohnung so attraktiv, dass man sich überzeugen lässt, etwas zu tun? Und die Antwort, könnte man wieder mit warum hinterfragen. Es würde eine ganze Kette an Motiven entstehen.

 

Intrinsische Motivation entwickeln

Anhand dieser Überlegungen denke ich, ist es möglich, auch gegenüber Aufgaben, für welche man keine Motivation besitzt, eine intrinsische Motivation zu entwickeln. Es ist wie bei dem Thema der Hin- und Wegmotivation eine Frage des Standpunktes. Kann ich meinen Blickwinkel so erweitern, dass der Mehrwert in einer Sache für mich ersichtlich wird?

Immer dann, wenn man es schafft, das Positive in einer Sache zu erkennen, entwickelt sich zwangsläufig intrinsische Motivation. Manchmal in dieser positive Aspekt für uns so überraschend, dass wir in einen richtigen Flow kommen und alles scheinbar von selbst funktioniert.

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Hallo Janine,
    endlich kam ich dazu den neuen Beitrag zu lesen😊
    Und er ist wieder sehr gut geworden. Gerade in alltäglichen Dingen, lass es nur mal den Haushalt sein, fällt mir das ab und an schwer. Aber dank deiner Erklärungen werde ich das heute gleich mal umsetzen und mir dann direkt bewusst machen was das positive für mich dabei ist.
    Tolle Sache die Psychologie.

    Liebe Grüße Eileen

    • Hallo Eileen,

      ich finde die Psychologie auch super spannend. Vor allem im Hinblick auf das Thema Motivation.
      Es begegnet einem im Grunde permanent. Oft neigen wir nur dazu, das zu vergessen. 😉

      LG Janine

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