Geld sparen im Business Alltag
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Geld sparen im Business

Geld sparen ist nicht nur im Privaten eine wichtige Angelegenheit, sondern auch im Business Alltag. Wie sonst könnte man langfristig in einem hart umkämpften Markt bestehen und gleichzeitig noch überleben?! Wer verschwenderisch oder unklug mit seinen Businessausgaben umgeht, wird schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen. Auch im Geschäftsleben ist Geld sparen daher Trumpf und sichert zumindest bis zu einem gewissen Grad, dass es auch morgen mit deinem Business noch weiter gehen wird.

 

2 Faktoren bestimmen maßgeblich das Einsparungspotential

Dabei sind vor allem 2 entscheidende Faktoren wichtig, wenn es um das Thema Geld sparen geht.

Zeit + Qualität = Preis

 

Ein guter Preis setzt sich aus diesen 2 Größen zusammen. Um Geld sparen zu können, ist es daher unerlässlich, an mindestens einem der 2 Faktoren Abstriche vorzunehmen. An beiden könnte man auch sparen, aber das Produkt würde dann mit großer Wahrscheinlichkeit von so wenig überzeugender Qualität, dass kaum ein Kunde es mehr kaufen wöllte.

 

Also wie genau ist diese recht übersichtliche Gleichung zu verstehen. Im Grunde ist es ganz einfach. Alle drei Faktoren der Gleichung sind voneinander abhängig bzw. stehen in einem direkten Verhältnis zueinander. (Ich hoffe, das hier liest kein Mathematiker 😉 )

 

Ein Produkt, welches in der Herstellung einen hohen Zeitaufwand benötigt und in einer sehr guten Qualität produziert wird, verlangt naturgemäß nach einem hören Preis als eines, welches mit schlechteren Ausgangsmaterialien gefertigt wird.

 

Wie oben schon erwähnt, sind wir Mädels mit unserem Business genauso darauf angewiesen, gut und für uns wirtschaftlich zu kalkulieren, wie die ganz großen Player. Vielleicht sind wir von unserer Kalkulation noch etwas abhängiger, da wir zumeist ganz andere Umsatzzahlen schreiben und es in manchen Monaten dann wirklich auch auf den letzten Euro ankommt.

 

Doch wann wird es bei all dem verständlichen Wunsch danach, Geld sparen zu können, kundenunfreundlich?

 

Geld sparen durch weniger Qualität

Nun ist es für dein Business nicht immer nötig, die höchste Qualität, die möglich ist, anzubieten. Zum Beispiel, weil der Standardkunde diese überhaupt nicht wünscht. Es gibt schließlich nicht umsonst neben Discountern auch Feinkostläden, die für einen deutlich höheren Preis eine weitaus bessere Qualität (z. B. seltene Spezialitäten) anbieten.

 

Demnach versucht jede gute Businessfrau entsprechend ihrer Zielgruppe und ihres Marktsegments die optimale Qualität auszuloten. Die optimale Qualität ist hierbei bestimmt durch das größtmögliche Einsparpotential bei gleichbleibend hoher Kundenzufriedenheit.

 

Je nach Zeitaufwand wird sich folglich ein angemessener Preis ergeben. Natürlich kann jemand auch „schlau“ sein und bei normalem Zeitaufwand und gleichbleibend hohem Preis die Qualität drastisch reduzieren. Auf diese Weise kann die Gewinnspanne sicherlich eine Zeit lang erhöht werden. Fraglich ist aber, ob die Kunden dann mit dem Produkt noch zufrieden sind.

 

Real Life und ich als Kunde

Vor allem im Lebensmittelbereich kann ich solche Entwicklungen immer wieder beobachten. Ich habe ein wirklich gutes Gedächtnis was Preise und zugehörige Füllmengen anbelangt. Vermutlich liegt es daran, dass ich Produkte bewusst auswähle und auch immer wieder kaufe, wenn ich zufrieden bin. Den Faktor Menge eines Produkts subsummiere ich an dieser Stelle der Einfachheit halber unter den Begriff der Qualität. Mengenqualität sozusagen. 😉

 

Wie oft ist es mir schon aufgefallen, dass die Schokoladentafel bei gleichem Preis über die Zeit scheinbar in den Regalen zu schrumpfen beginnt! Bestes Beispiel für eine Steigerung der Gewinnspanne durch Reduzierung des Inhalts waren vor einiger Zeit die Schokoweihnachtsmänner von Milka. (Hier kannst du mehr zu den Weihnachtsmännern von Milka erfahren.)

Auch andere Produkte von Milka werden immer schlanker, bleiben aber gleich teuer.

Die Verbraucherzentrale spricht jeweils von Mogelpackungen.

 

Eine geringere Menge wird vom Verbraucher eher (da oft nicht bewusst wahrgenommen) akzeptiert, als eine entsprechende Preissteigerung. Weniger ist am Ende dennoch im Einkaufswagen. Ich weiß nicht, wie es dir dabei geht, aber ich kaufe diese Produkte, wenn ich sowas mitbekomme, aus Prinzip nicht mehr. Da bin ich einfach eigen.

 

Geld sparen auf Italienisch

Ein zweites Beispiel aus meinem Erfahrungsschatz ist unser liebster Pizzalieferdienst. Wir haben ca. 2 Jahre regelmäßig bei demselben Pizzadienst bestellt. Zu Beginn war der Boden dick und fluffig sowie der Belag umfangreich und qualitativ hochwertig. Wir liebten vor allem den leckeren Büffelmozarella, den sonst kein Lieferdienst im Angebot hatte.

 

Erst fiel uns auf, dass der Boden plötzlich viel dünner war als vorher. Ok, damit können wir leben. Zu viel Weißmehl ist eh nicht gesund. Doch mit der Zeit verschwanden dann nach und nach immer mehr Zutaten von der Liste, welche man zum Pauschalpreis aussuchen konnte. (8 Zutaten bei einer Partypizza inklusive)

 

Als wir eines Tages wieder unsere Standardpizza bestellen wollten, gab es schon die Hälfte der Zutaten, die wir am liebsten hatten nicht mehr ohne saftigen Aufpreis.

 

Wir bestellten ein letztes Mal und danach nie wieder. Zumindest in Bezug auf uns als Stammkunden dürften sich die Einsparmaßnahmen des Pizzadienstes hinsichtlich der Qualität nicht gerechnet haben.

 

Geld sparen durch geringeren Zeitaufwand

Zeiteinsparungen im Business Alltag ist mein liebstes Thema. Nicht weil ich das selbst bis zum Exzess betreibe, sondern weil ich jedes Mal genervt bin, wenn ich von der Kassiererin aus dem Lidl oder Aldi regelrecht rausgeworfen werde.

 

Die Rollbänder, von denen man früher noch mehr oder minder gut seine 7 Sachen zusammensammeln konnte, sind inzwischen nicht mehr vorhanden oder so kurz, dass man, wenn man nicht alles schnell genug im Wagen verstaut bekommt, zum Packesel mutiert.

 

Der angenervte Blick der Verkäuferin verrät alles: Du bist hier nur solange willkommen, bis das Geld den Besitzer gewechselt hat. Danach mach den Platz frei und raus!

 

Macht Spaß oder? Wer freut sich da nicht auf den gemütlichen Einkauf? Das ist der Preis, den wir dafür zahlen, dass die Produkte verhältnismäßig günstig sind und die gleiche Qualität wie jene aus z. B. dem Rewe haben. Unsere Gleichung heißt hier also:

Geringer Zeitaufwand (Der Kunde wird nach dem Zahlen direkt rausgeworfen)

+

Eine gleich gute Qualität, wie andere teurere Anbieter

=

Gute Preise

 

Die guten Preise hatten die Discounter schon immer. Wenn ich mich aber an die Zeit vor einigen Jahren erinnere, so kann ich nicht behaupten, dass ich schon damals dermaßen hetzen musste, um meinen Einkauf schnellstmöglich von der Taschenablage zu kratzen. Es gab tatsächlich ein Band auf dem alles lag. Das ist heute nach der Kasse nicht mehr vorhanden.

 

Die Gewinnmaximierung durch immer drastischere Zeiteinsparung hat längst allgegenwärtig Einzug gehalten. Oder was sagst du zu dem neuen Bestellvorgang bei MC Donalds? Inzwischen bevorzuge ich den MC Drive. In der Filiale selber fühle ich mich neuerdings wie auf der KFZ-Zulassungsstelle, wo ich eine Nummer ziehen muss und auch die Wartezeit ist nahezu vergleichbar.

Das Zauberwort: Personaleinsparung

 

Weniger Personal, welches zudem wesentlich weniger Zeit für den („lästigen“) Kundenkontakt aufwendet. In der Folge muss der Kunde einfach mehr Zeit mitbringen.

 

Geld sparen im Business – Nicht um jeden Preis

Geld sparen, Umsatzsteigerung, Gewinnmaximierung: Nahezu unser ganzes Denken ist auf Geld ausgerichtet. Teilweise können wir da nicht mal was dafür. Sobald man in Deutschland ein Gewerbe anmeldet, beginnt der Spießroutenlauf durch einen Parcours, an dessen Seiten institutionelle Geldeintreiber stehen und nicht müde werden, die Hand aufzuhalten.

 

Der Druck, der auf Businessfrauen lastet, ist dabei selbstverständlich nicht minder hoch. Spätestens wenn man zur Steuernachzahlung noch eine utopische Vorauszahlung leisten muss und sich dabei fragt, wie man morgen noch das Brot bezahlten soll, kommt man ins Grübeln.

 

Plötzlich schießen einem Fragen durch den Kopf, die man sich eigentlich nie stellen wollte. Wo kann ich noch Einsparungen vornehmen? (Service, Qualität, Leistungsumfang) Wie kann ich die Zeit, die ich für Kundenbetreuung brauche, reduzieren? Wie kann ich noch mehr Geld sparen?

 

Nicht immer geht es um die reine Gewinnmaximierung. Gerade Businessmoms, die oft als One-Woman-Show agieren, sitzen dann schnell zwischen den Stühlen, wie mir erst kürzlich eine befreundete Mutter erzählte. Sie ist hauptberuflich selbstständig und muss nun 600 Euro monatlich in die Rentenkasse einzahlen, weil sie keine Angestellten hat. Sie konnte es kaum glauben und erklärte, dass das so viel sei, wie sie für ihre Kaltmiete bräuchte. Wie sie diesen Gewinn extra noch erwirtschaften wird, weiß sie noch nicht.

 

Solche Forderungen können eine Businessfrau in ernste Probleme bringen. Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass es langfristig schädlich ist, offensichtlich zu Lasten der Kunden, Geld sparen zu wollen. Der Kunde wird dies früher oder später bemerken und sich unzufrieden abwenden. Da deine Kunden immer die Basis deines Business´ sind, solltest du sie stets als Partner betrachten und nicht als reine Geldbringer.

 

Fastfoodketten, Discounter und Co. können es sich leisten, Kunden zu verlieren. Egal was sie tun, es wird immer genug geben, die Umsatz bringen. Dafür sind sie einfach zu groß, zu mächtig und vor allem zu vermögend. Wenn du jedoch eine Businessmom bist, die aus eigener Kraft ihre Stammkunden zufrieden stellt, kann dich eine falsche finanziell geleitete Entscheidung teuer zu stehen kommen.

 

Deswegen: Geld sparen ist nötig, aber nicht um jeden Preis sinnvoll.

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5 Kommentare

  1. Über Mogelpackungen ärgere ich mich auch immer wieder! Mir fällt da auch spontan ein Beispiel bei unserem Lieblingsimbiss ein! Da gibt es ein wirklich leckeres Brokkoli-Gratin, dessen Menge immer unterschiedlich ausfällt! Das eine mal hatte ich nur soviel Gratin wie auf 3 Gabeln passt in der Mitnehmschale! Da hab ich auch nicht schlecht geguckt, denn der Hunger war groß und der Preis derselbe wie immer! Seitdem kaufe ich es nur noch selten, weil ich mich nicht wieder negativ überraschen lassen möchte 🙁

    Liebe Grüße
    Jana

    • Hi Jana,

      das, was du schilderst, ist echt sehr ärgerlich. Da kann ich total verstehen, dass du bei diesem Imbiss nichts mehr wirklich kaufen möchtest. Ich ärger mich auch immer wieder über solche Dinge. Aber immerhin haben auch wir als Kunden die Möglichkeit, woanders zu kaufen.
      Mir persönlich fällt es mit solchen Erfahrungen leichter, mich in meine Kunden hineinzuversetzen. Was ich als Kunde nicht möchte, mute ich auch meinen nicht zu.

      Liebe Grüße
      Janine

  2. Ein sehr schöner Beitrag über’s Geld sparen. Deine Gleichung kenne ich selber z.B. von Grafikaufträgen. Wenn ich wenig investieren möchte, nehmen die Leute sich auch entsprechend weniger Zeit und die Qualität leidet darunter. Investiere ich hingegen etwas mehr in die Dienstleistung, steigt auch die Qualität.
    Das die “Großen” das ähnlich machen und mit ihren Mogelpackungen regelmäßig auffliegen kann ich durchaus verstehen. Auch wenn es mich selber immer etwas ärgert 🙂

    • Danke für deinen netten Kommentar.
      Ja die “Großen” versuchen es natürlich. Sicher bekommen die von ihren Aktionären auch ordentlich Druck. Ich kenne das bereits aus weitaus kleineren Betrieben, wo man jedes Jahr mit gleichbleibenden Ressourcen mehr Umsatz erreichen muss. Teils total irre.
      Aber wir haben immer die Möglichkeit, uns für ein anderes Produkt zu entscheiden. Daher immer die Augen offen halten. 🙂
      LG Janine

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