Warum Frauen über 30 nur noch Jobabsagen bekommen
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Frauen über 30 – Das beste Alter?

Ich saß vor ein paar Tagen mit einer Freundin in einem Café und das Gespräch fiel auf ihren Job. Besser gesagt auf ihre inzwischen seit über einem Jahr andauernde Bemühung, diesen zu wechseln. Vergeblich bisher, wie sie mir berichtete.

 

Doch wo liegt eigentlich das Problem? Sie ist eine gut ausgebildete, sympathische und berufserfahrene Frau mit sehenswertem Lebenslauf, die ihren aktuellen Job seit über drei Jahren ausübt. Die Firmen reißen sich um sie, möchte man meinen. Also warum fällt es ihr so verdammt schwer, einen neuen Job zu finden?

 

Vor Kurzem erst hat sie ihren 30. Geburtstag gefeiert. Und genau hier stellt sich schon der erste Killer in Sachen Jobwechsel für Frauen über 30 vor. Meiner Meinung nach gibt es nämlich zwei wesentliche Gründe, die Firmen dazu bewegen, Frauen über 30 bevorzugt nicht mehr einzustellen. Meine absolut subjektive Meinung dazu will ich nun mit dir teilen.

 

Willkommen im Club der Frauen über 30

Aus eigener Erfahrung kann ich die Erlebnisse meiner Freundin nur bestätigen. Auch ich hatte mit Ende zwanzig einen neuen Arbeitgeber gesucht und bekam auf meine ungelogen bisschen was über 100 Bewerbungen nur Absagen. Jedenfalls, wenn ich Glück hatte. Viele Firmen machen sich nämlich nicht einmal mehr diese Mühe.

 

Genau genommen beginnt die Altersdiskriminierung von Frauen über 30 bereits unter 30. Mit Ende zwanzig überschreitest du als Frau langsam den Zenit und wenn du bis zum Tag X (auch point of no return genannt) deine Schäfchen nicht bereits sicher im Trockenen hast, ziehen die ersten dunklen Wolken auf, bevor es dann im Alter von über 30 schließlich zappenduster ist.

 

Ein schwarzes Loch dürfte noch eine nette Metapher für das sein, was Frauen über 30 erwartet, wenn sie auf Jobsuche sind. Jede Hoffnung und Zuversicht wird im Laufe der Zeit eingesogen und verschwindet auf Nimmerwiedersehen in einer endlosen Weite, die nicht mal im Ansatz zu begreifen ist.

 

Berufserfahrung ja, aber bitte im Alter von 20 Jahren bereits

Sicher hast du dir schon mal augenverdrehend an den Kopf gefasst, wenn du eine Stellenausschreibung gelesen hast. Neben vier abgeschlossenen Diplomstudiengängen solltest du im Alter von 20 Jahren bereits mindestens einen Auslandsaufenthalt sowie fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen können, um für den angebotenen Job überhaupt in die engere Auswahl zu kommen.

 

Klingt absurd, aber so oder so ähnlich haben wir das alle sicher schon mal irgendwo gelesen. Sollte man dann das überragende Glück gehabt haben und tatsächlich zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden sein, fällt einem spätestens bei der Nennung des Gehalts final die Kinnlade runter. Nein, nicht weil du für deine Qualifikation so wahnsinnig gut bezahlt würdest, sondern weil das Gehaltsangebot an einen dreisten Witz erinnert.

 

Alles wollen aber nichts geben wird immer mehr zum Grundsatz des postmodernen Kapitalismus, welcher dem tayloristischen Prinzip erneut immer ähnlicher wird.

 

Dabei haben gerade Frauen über 30 so viel Wissen, (gerne verlangte) Berufserfahrung und Selbstbewusstsein anzubieten, dass sie für jeden Firmeninhaber ein Gewinn sind. Frauen über 30 sind in meinem Verständnis im besten Arbeitsalter. Sie haben die Zeit der Ausbildung hinter sich, haben meist schon mehr als einen Job erledigt und entsprechend viel Berufserfahrung gesammelt. Sie stehen mitten im Leben und sind noch so jung, dass sie einem Arbeitgeber sehr lange gute Dienste erweisen könnten.

Also nochmal: Was ist das Problem bei Frauen über 30?

Lies weiter: Warum Frauen über 30 einfach genial sind im Business

 

Frauen über 30 und das Thema Baby

Die biologische Uhr verschiebt sich nach hinten. Das ist kein grundsätzlich neues Phänomen, sondern ein Symptom unserer modernen Leistungsgesellschaft. Frauen studieren heute öfter als früher. Wer mit Mitte zwanzig nach dem Studium den ersten schlecht bezahlten Job annimmt und die Bafög-Schulden, den Tränen nah, im Hinterkopf aufsummiert, um grob zu überschlagen, wie lange er diesen Job machen muss, um allein auf Null zu kommen, bekommt bewusst vorerst keine Kinder.

 

Somit verschiebt sich das Thema Baby und Kinderkriegen solange nach hinten, bis Frau endlich einen finanziell tragfähigen, unbefristeten und psychisch nicht auszehrenden Job gefunden hat und mindestens über die Probezeit hinaus ist. Das zuletzt Genannte ist im Hinblick auf eine Schwangerschaft zwar nicht notwendig, aber die meisten von uns haben eben doch ein sehr schuldbewusstes Gewissen.

 

Dass diese Strategie Jahre in Anspruch nehmen und bis Mitte 30 oder noch länger dauern kann, ist wenig überraschend und noch weniger untypisch. Und so kommt es immer häufiger vor, dass gut ausgebildete Frauen über 30 auf Jobsuche sind und keinen mehr bekommen.

 

Warum? Weil Arbeitgeber, Chefs und Personaler dieses Prinzip natürlich auch kennen. Auch diese Leute sind nur Menschen und haben vermutlich (wenn sie Männer sind) Frauen daheim, die dieses Dilemma mit ihnen teilen.

 

Frauen über 30 haben es deswegen so schwer, einen neuen Job zu finden, weil jeder Arbeitgeber, der einen Blick auf ihr Alter wirft und sieht, dass sie kinderlos sind, zwangsläufig seine Arbeitnehmerin in spätestens einem Jahr im Kündigungsschutz durch Schwangerschaft sieht. Folglich werden entweder jüngere Frauen, 15 Jahre ältere Frauen oder Männer bevorzugt.

 

Lies weiter: Online Business aufbauen & Ziele erreichen mit (trotz) Baby

 

Als Frau über 30 bist du was wert – Sei es dir auch wert

Nachdem wir nun den Hauptgrund dafür, dass Frauen über 30 ins berufliche Nirvana gelangen, identifiziert haben, kommen wir zum zweiten wichtigen Punkt für die Jobabsagen.

Deine Gehaltsvorstellung. An dieser Stelle könnte ich im Grunde auch schon direkt weitere Worte sparen, denn es dürfte jedem klar sein, dass Geld ein wichtiger Punkt ist. Sowohl für dich, wie auch für die Firma, die dich vielleicht einstellen will.

 

Seien wir ehrlich: Als Frau über 30 weißt du, was du für einen großen Wissensschatz mitbringst. Auch das Unternehmen, was dich zum Vorstellungsgespräch einlädt, weiß, dass du einiges an wertvollen Fähigkeiten im Gepäck hast. Andernfalls hättest du ohne große Umschweife eine dieser Standardmails von deren Sekretärin bekommen.

 

Im Bewerbungsgespräch geht nun das große Pokerspiel los. Es ist fast wie beim Gebrauchtwagenverkauf, wo dir der potentielle Käufer beim Anlassen des Fahrzeugs die ganze Tonleiter in die Motorengeräusche hineininterpretieren will, um den Preis drastisch zu drücken.

Einfach mal mitpokern

 

Lies weiter: Und was bist Du Dir wert?

 

Personaler, Chefs und andere Entscheidungsträger sind da nicht viel anders. Sie reden in den schillerndsten Farben von ihrem Unternehmen und lassen sich im Gegenzug von dir erklären, warum du es wert sein sollst, in diese vermeintlich elitäre Gruppe aufgenommen zu werden. Dabei wissen sie bereits genau, warum sie dich einstellen wollen. Sie wissen nur noch nicht, ob du die Gehaltskröte schlucken wirst.

 

Alles was in dem Gespräch passiert, gehört zum Spiel. Ziel des Spiels ist es, dich mit deiner ganzen Erfahrung zu einem besonders günstigen Lohn, einzustellen.

 

Vor allem Frauen über 30 geraten hierbei schnell unter Druck. Sie wissen oftmals, wie schwer es war, überhaupt dieses eine Gespräch zu bekommen und wollen natürlich auch nicht zwei oder mehr Gehaltsstufen unter ihrem letzten Job arbeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass das Gehaltsgefälle zwischen Mann und Frau in Deutschland nicht gerade gering ausfällt und Firmen von Frauen bereits erwarten, dass sich diese unter Wert und schlechter als ihre männlichen Kollegen verkaufen.

 

Lies weiter: Wertekonflikt: Warum viele Frauen unglücklich sind mit ihrem Leben

 

Eine wahre Geschichte einer Frau über 30

Mein letztes Vorstellungsgespräch ist gar nicht so extrem lange her. Ich zog großen Nutzen daraus, weil es mir den letzten Kick gab, es endlich bleiben zu lassen, mich irgendwelchen Firmen anzubiedern.

 

Im Grunde verlief das Gespräch sehr angenehmen, wir waren auf einer Wellenlänge und auch unsere Wertvorstellungen passten offenbar gut zusammen. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich die Einladung vermutlich nur erhalten hatte, weil ich jemanden im Unternehmen kannte. So läuft´s nun mal.

 

Besonders beeindruckt waren meine Gesprächspartner davon, was ich mir alles selbst angeeignet hatte. Vor allem mein autodidaktischer Umgang mit komplexen namenhaften Bildbearbeitungs- und Videoschnittprogrammen stoß auf eindeutiges Interesse. Wir verstanden uns blendend, die Stimmung war locker.

 

Dann wollte der Personaler natürlich noch wissen, was ich mir als Gehalt vorstelle. Ich sagte, was ich haben möchte und seine Gesichtszüge entglitten ihm kurzerhand.

 

Es war einer dieser Momente, wo ein Mensch seine Mimik nicht mehr bewusst unter Kontrolle hat. Auch wenn dies nur für einen Bruchteil einer Sekunde der Fall war, konnte ich es wahrnehmen und wusste sofort, dass ich dort niemals arbeiten würde. Die Absage kam 16 Tage später per Standardmail durch deren Sekretärin.

 

Sicher hätte ich mich auch billiger verkaufen können und damit meine Chance auf den Job maßgeblich gesteigert. Das wollte ich aber nicht, denn ich wusste, dass ich spätestens nach ein paar Wochen an meinem „schlechten Gehalt“ rumnörgeln und mit wenig Motivation ins Büro gehen würde. Ich bin einfach der Meinung, dass ich Vieles mitbringe, was für ein Unternehmen wertvoll ist.

 

Lies weiter: 3 bedeutende Entscheidungen machen den Unterschied beim Ziele erreichen

 

In meinem vorangegangenen Job hatte ich als Abteilungsleiterin die Verantwortung für die komplette Aus- und Weiterbildung des Unternehmens. Das Gespräch, was ich eben skizzierte, bezog sich auf eine Position im Projektmanagement. Natürlich möchte ich für diese verantwortungsvolle Arbeit nicht schlechter als im Job davor bezahlt werden.

 

Es geht auch anders, ist aber seltener

Natürlich ist nicht alles im Leben immer nur in Schwarz und Weiß getaucht. Jene Unternehmen, die tatsächlich fair zu ihren Mitarbeitern sind, gibt es auch.

 

…Sicherlich, irgendwo da draußen…

 

Ich hatte bisher einfach nicht das Glück, für so ein Unternehmen arbeiten zu dürfen. Oftmals sind es Unternehmen, die einen Betriebsrat haben und nach Tarif zahlen. Die können sich Sauereien einfach nicht so leicht erlauben, wie Firmen, die nicht mal einen Personalrat besitzen und wo im Grunde die Inhaberdiktatur o. ä. herrscht.

 

Auch meinen Freundinnen war, durch die Bank weg, diese positive Erfahrung bisher nicht vergönnt. So konnte eine Kollegin von mir, frisch nach dem Studium Vollzeit eingestellt, nicht zuhause ausziehen, weil ihr Gehalt grade so die Wohnung finanziert hätte.

 

Ich könnte so viele Storys erzählen, die würde mir keiner glauben. Geschichten wie die meine, oder die meiner Freundin im Café sind nur zwei von Millionen anderer. Wie ist deine Geschichte und würdest du sie anders schreiben, wenn du könntest?

 

Lies weiter: Die Macht der Entscheidung – Wie eine einzelne Entscheidung Dein ganzes Leben verändert

 

Update

Zwischenzeitlich ist einige Zeit vergangen, seit ich diesen Beitrag verfasst habe und ich war nicht untätig. Ich habe viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen und betrachte verschiedene Dinge heute grundlegend anders. Das soll nicht heißen, dass es für Frauen über 30 plötzlich super leicht geworden ist, einen neuen Job zu finden. Diesbezüglich haben sich meine Ansichten nicht verändert, aber die Art und Weise, wie ich mit dieser Tatsache umgehe.

 

Im Coaching treffe ich hin und wieder genau auf diese Problemstellung der Frauen, mich denen ich arbeite. Welche Sichtweisen ich dazugelernt habe und welche Tipps ich jeder Frau über 30 nur wärmstens empfehlen kann, kannst du in meinem Beitrag Frauen über 30 & Jobabsagen: 3 Tipps um Deine Ziele dennoch zu erreichen nachlesen.

 

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9 Kommentare

  1. Oha, das klingt aber megapessimistisch! Ich kann das ganz und gar nicht bestätigen. Ok, mein erster Job nach dem Studium war auch schlecht bezahlt, ich habe mich aber bewusst für die Zeitarbeit entschieden um verschiedene Unternehmensbereiche kennenzulernen.
    Seit dem habe ich in keinem Job mehr unter 50k brutto verdient. Schlecht bezahlt sieht also anders aus. Studiert habe ich ein geisteswissenschaftliches Studium inklusive einer asiatischen Sprache. Interessanterweise habe ich das so gut wie nie gebraucht.
    Letztes Jahr war ich zwei Monate arbeitslos und hatte nach knapp 6 Wochen zwei Jobs zu Auswahl, beide mit dem Gehalt das ich verlangt habe, sogar noch mehr.
    Vielleicht liegen die Absagen an einer suboptimalen Selbstvermarktung? Den Fehler habe ich anfangs nämlich auch gemacht. Standaranschreiben, Standardlebenslauf. Langweilig und mittelmäßig, wie sollten die Arbeitgeber so auch meinen Wert erkennen? Und leider gehört eine gewisse Flexibilität auch dazu. Eine Stunde Anfahrt oder einen Umzug musste ich mehrfach in Kauf nehmen, sonst wäre ich heute nicht da wo ich bin. Ich kenne auch Leute, die maximal 30 Minuten fahren und keinesfalls umziehen wollen. Dadurch sind sie natürlich sehr eingeschränkt, vor allem wenn es eine strukturschwache Region ist…
    Ich hoffe sehr, dass du und deine Freundinnen bald mehr Glück haben. Vielleicht hilft euch ein Coaching, ich habe selbst eines mitgemacht und fand es sehr hilfreich.
    Viele Liebe Grüße,
    Tanja

    • Hallo Tanja,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich finde es total gut, endlich mal eine so positive Geschichte zu lesen. Flexibilität und NO-Standard. Logisch, bin ich bei dir! Ich kann mir vermutlich Einiges vorwerfen, aber mangelnde Flexibilität gehört nicht dazu. In den letzten Jahren bin ich im Durchschnitt ca. alle 1,5 Jahre umgezogen und die “krasseste Nummer”, die ich mal brachte, waren 500 Kilometer für ein unbezahltes Praktikum. Meine eine Freundin, die aktuell große Schwierigkeiten hat, was Neues zu finden, war vor einiger Zeit jahrelang Springer mit Einsatzgebiet deutschlandweit. Auch sie hat sich natürlich immer weitergebildet und auf Stand gehalten. Coachings sind auf jeden Fall eine gute Sache und kann ich, wie du, jedem nur empfehlen. Berufsbedingt kenne ich viele Trainer und Coaches. Mit einem habe ich auch in privater Sache gearbeitet, bevor ich von meinen letzten 3 Arbeitgebern jeweils gebeten wurde, für die Weiterbildung unter anderem Bewerbungsseminare zu unterrichten. Ich muss sagen, eine Zeit lang hatte ich einen richtig guten Lauf. Da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Nur nach meiner Krankheit in einem gewissen Alter wieder aufs Pferd zu kommen, gestaltete sich schwierig. Umso mehr finde ich deine Worte motivierend. Du zeigst, dass du mit deinem Engagement viel erreicht hast und das macht Mut. Danke.
      Ich hoffe, dass es weiterhin so gut für dich läuft. Kann ja nicht bei jedem ins Stocken geraten. 😉
      Liebe Grüße
      Janine

  2. Ja gut ist relativ, das Geld passt, aber gerade mache ich nicht das, für das ich eingestellt wurde. Aber ich seh es positiv, ich kann mir nen Namen machen und werde viele Leute und Teams kennenlernen. Und zur Not nebenbei nach was anderem umschauen. Aber so schlimm ist es zum Glück gerade nicht. Perfekt sind nur Märchen in denen Prinzen böse Hexen töten. 😉
    Einfach nicht unterkriegen lassen. Es passiert alles aus einem Grund und wir können nur dran wachsen.

    • Es ist selten alles Gold, was glänzt und alles hat auch seine Schattenseiten. Ich denke, wichtig ist immer, dass man aus dem, was man vorfindet das Beste macht. Genau das scheinst du aktuell zu tun. Das Thema Flexibilität taucht im Leben immer wieder auf.
      Und ja, das Leben ist halt kein Märchen mit Prinzen etc. 😉 Zieh dein Ding weiter durch und schau, dass du für dich auch weiterhin das Positive herausziehen kannst. In einiger Zeit wirst du erfahren, wozu du diese Erfahrung nutzen kannst.
      Ich wünsche dir alles Gute!
      LG Janine

  3. Liebe Janine,

    das ist tatsächlich das erste Mal, dass ich etwas zu einem Blog schreibe, bzw. überhaupt etwas schreibe, denn ich bin auch kein Forum-Freund. 😉
    Aber deine Zeilen bewegen mich und es ist immer gut, plötzlich in einem Moment des Zweifels jemanden zu treffen oder eben wie hier, etwas von jemanden zu lesen, der einen sich wieder etwas sortieren lässt um voran zu gehen. Und das möchte ich dir einfach als Feedback dalassen.

    Ich – nun über dreißig – seit einem Jahr verheiratet und aufgrund von mehreren Schicksalsschlägen nun auf einem neuen Pfad unterwegs, habe durchaus sehr gute Qualifikationen vorzuweisen. Ich weiß wer ich bin, ich weiß was ich will, und dennoch lässt einen das System über 30 – kinderlos (oder auch mit Kindern), dann auch noch fünf Monate krank, in ein Loch fallen.
    Früher hatte ich meist einen “run” wenn es um Bewerbungen ging.
    Nun ist das anders, und wenn ich eingeladen werde, dann kommt zum Teil schon als erste Frage der Satz: “Ich weiß ich darf nicht fragen,…aber wie sieht es denn mit Kindern aus…” Ich könnte schon kotzen. Denn letzten Endes entscheiden sich die Verantwortlichen dann für jemanden mit weniger Risiko.
    Ich habe natürlich auch schon Jobs angeboten bekommen, aber dann: Unmögliche Arbeitszeiten, oder ein Gehalt, das so unterirdisch ist, dass es weit unter dem liegt, was man bisher bekommen hat.

    Naja und so stehe ich immer wieder auf, springe ins kalte Wasser und mache erhobenen Hauptes weiter.
    Manchmal sind dennoch die Tage, die da voller Zweifel sind, gerade wenn man wieder einmal abgelehnt wurde, und dann gibt es zum Glück aufbauende Worte wie von Menschen wie dir.

    DANKE!

    • Liebe Sara,

      herzlichen Dank für deine netten und offenen Worte. Vor allem ehrt es mich, dass du mir so einen langen Kommentar geschrieben hast, obwohl du sonst nie etwas schreibst. Danke!
      Deine Geschichte kommt mir leider viel zu bekannt vor. Nicht nur ich selber musste sehr ähnliche Erfahrungen machen, auch von Freundinnen habe ich immer wieder die gleiche Story gehört. Natürlich ist es jedes Mal etwas anders, aber wenn man genau hinsieht, ist es unterm Strich immer das Gleiche.
      Eben, wie du es so treffend beschreibst. Sicher kommt man schon irgendwo unter, aber dann passen die Rahmenbedingungen nicht und auf kurz oder lang wird man damit sehr unglücklich.

      Ich wünsche dir von Herzen, dass du dich nicht unterkriegen lässt und den richtigen Weg für dich findest bzw. diesen weiterhin gehst. Oft sind solche “aussichtslosen” Situationen das, was wir gebraucht haben, um den Mut zu fassen, neue Pfade zu bewandern.

      Liebe Grüße
      Janine

  4. Schade eigentlich, hätte eher gedacht, dass man in dem Alter interessanter ist, da die Kinderfrage ja dann meist schon geklärt ist. Aber ich bin kein Headhunter, ich bin da wohl kein Profi… 😉

  5. Ich habe genau die Probleme, wie im Blog beschrieben. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll um nach meinem Masterabschluss endlich einen Job zu bekommen mit 30.

    • Hallo Nadja,

      es tut mir leid, dass du solche Schwierigkeiten hast. Leider ist das keine Seltenheit.
      Weißt du denn, was für einen Job genau du möchtest? Oftmals besteht das erste Problem darin, dass man irgendeinen Job will, ohne konkrete Vorstellungen.
      Nur wenn du weißt, was du willst, kannst du dich auch auf dein Ziel bzw. “deinen” Job fokussieren.
      Ich erlebe es immer wieder, dass es anschließend besser klappt. Eine Herausforderung bleibt es zwar dennoch, aber es erscheint nicht mehr unmöglich.

      Alles Gute.
      Janine

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