Die Entscheidung für eine Hausgeburt – Teil 1

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Hausgeburt Teil 1
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Warum ich mich für eine Hausgeburt entschieden habe

Als ich endlich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt und sich die erste Euphorie etwas gelegt hatte, hat es nicht lange gedauert, bis mein Mann und Ich uns die Frage aller Fragen gestellt haben.
Wo und vor allem wie möchten wir unser kleines Wunder auf die Welt bringen.
Natürlich haben wir uns, wie vermutlich die meisten, über Kliniken informiert. Und eigentlich hatten wir uns auch schon für eine Klinik entschieden.

 

Als wir dann unsere Hebamme kennenlernten, fragte Sie uns ob wir schon wüssten, ob wir in einer Klinik, im Geburtshaus oder Zuhause entbinden möchten.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zwar schon öfter darüber gesprochen. Wir waren uns einig, eine Hausgeburt sehr schön zu finden, wussten aber, dass es in unserer Umgebung nur sehr wenige Hebammen gibt, die eine Hausgeburt anbieten.
Unsere Hebamme hat uns also den Kontakt zu einer Kollegin vermittelt, die Hausgeburten durchführt. Bereits nach dem ersten Treffen war uns sofort klar: Für uns kommt nichts anderes in Frage!

 

Vorab möchte ich an dieser Stelle sagen, dass die Vor- und Nachteile, die ich im Anschluss aufführe natürlich meinem Empfinden nach gehen. Einige dieser Punkte können vielleicht je nach persönlicher Einstellung auch anders interpretiert werden.
Trotzdem hoffe ich, eine kleine Entscheidungshilfe geben zu können.

 

 

Meine Wünsche an die Geburt

Ich bin von Natur aus ein sehr bewusster Mensch. Ich bevorzuge lieber homöopatische und natürliche Heilmethoden und versuche eher durch einen gesunden Lebensstil gesund zu bleiben, als Krankheiten mit Pillen weg zu schlucken.

 

Dementsprechend ist es mein Wunsch, die Geburt so natürlich und intensiv, wie möglich zu erleben.
Ich lehne geburtseinleitende Maßnahmen, sowie die medikamentöse Behandlung von Geburtsschmerzen strickt ab.

 

Ich bin davon überzeugt, dass die Natur uns Frauen alles gegeben hat, um dieses kleine große Wunder alleine zu schaffen. Und ganz alleine sind wir ja nicht. In den meisten Fällen werden wir von unseren Partnern und Hebammen großartig unterstützt.

 

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Oh je, was für ne Öko-Tussi“ und ja da muss ich dir sogar Recht geben. Das denke ich mir selbst manchmal, aber aufgrund dieser Einstellung war uns ganz schnell klar, dass wir unser erstes Kind in jedem Fall per Hausgeburt gebären möchten.
Im Anschluss habe ich euch die Vorteile einer Hausgeburt aufgelistet und werde aber vor allem im Teil 2 zur Hausgeburt auch noch über diverse Nachteile sprechen. Über diese haben wir uns natürlich ebenfalls Gedanken gemacht.

 

Vorteile einer Hausgeburt

Vertraute Umgebung

  • Für mich der größte Faktor. Ich persönlich finde es sehr wichtig, mich während der Geburt vollkommen wohl zu fühlen. Wenn wir uns wohl fühlen, schüttet der Körper vermehrt Oxitocin aus (schmerzstillendes Glückshormon), was den Geburtsvorgang erleichtern kann.

 

Uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeit

  • Im Krankenhaus wird man im Kreißsaal meist direkt an sämtliche Schläuche und Gerätschaften angeschlossen, um den Geburtsvorgang bestmöglich beobachten zu können und für etwaige Eventualitäten vorbereitet zu sein. Zuhause ist das meist nicht notwendig. Die Hebamme kontrolliert regelmäßig den Herzschlag des Kindes mittels CTG und schließt nur einen Tropf an, wenn dies wirklich notwendig ist. Somit kann man sich ständig frei in der Wohnung bewegen und auch während der Austreibungsphase problemlos zwischen verschiedenen Positionen wechseln.

 

Von mir ausgewählte Hebamme

  • Diesen Punkt finde ich gar nicht so irrelevant. Eine Geburt ist ja, egal ob im Krankenhaus oder als Hausgeburt, eine sehr intime Angelegenheit. Da finde ich es sehr schön zu wissen, dass mich meine Hebamme, die ich ja schon einige Zeit vorher kennen gelernt habe, von Anfang bis Ende betreut und ich nicht 3 verschiedene Hebammen um mich habe, die ich allesamt nicht kenne.

 

Bindungsphase zwischen Kind und Eltern

  • Nach der Geburt wird bei einer Hausgeburt das Kind nicht direkt zur ersten Untersuchung weggenommen, sondern verbringt die erste Lebensstunde in den Armen der Eltern. Dies ist besonders für die erste Bindung zwischen Mutter, Vater und Kind sehr wichtig. Die Hebamme wird sich in dieser Zeit auch in einen Nebenraum begeben.

 

Doppelversorgung

  • Die Hebamme wird mit dem Durchtrennen der Nabelschnur im Normalfall so lange warten, bis auch die Plazenta geboren wurde. Die Nabelschnur kann ganz in Ruhe auspulsieren und das Kind wird in dieser Zeit doppelt versorgt. Es ist wohl erwiesen, dass Kinder noch Monate später einen besseren Eisenwert aufweisen als solche, deren Nabelschnur direkt nach der Entbindung durchtrennt wird.

 

Keimumfeld

  • Das Kind wird im eigenen Keimumfeld geboren. Räumlichkeiten, die häufig desinfiziert werden, haben oft das Problem, dass resistente Keime überleben.

 

Geringeres Risiko einer Geburtsverletzung

  • Beim „Rauskommen“ wird der Mutter und dem Kind bei einer Hausgeburt mehr Zeit gelassen. Das bedeutet das Köpfchen kommt Stück für Stück. Das hört sich zuerst vermutlich etwas angsteinflößend an, hat aber den Sinn dass sich der Damm und die Haut langsam dehnen können und somit schlimmen Verletzungen vorgebeugt wird.

und zu guter letzt

 

Der wirtschaftliche Faktor

  • In Krankenhäusern wird mit Gabe von Medikamenten, mit operativen Eingriffen und mit der Anzahl an Geburten natürlich Geld verdient. Deshalb ist es in Krankenhäusern üblich, relativ schnell zu Medikamenten oder Kaiserschnitten zu raten, da dies für Krankenhäuser einfach am effizientesten ist. Gabe von Schmerzmitteln während der Geburt = mehr Gewinn. Hohe Kaiserschnittrate = mehr Geburten = mehr Gewinn. Der Vorteil einer Hausgeburt ist hierbei eben, dass die Hebamme einen anderen Fokus behält, da sie nicht an solche „Subventionen“ gebunden ist.

 

Die selbstbestimmte Geburt

 

Die oben genannten Punkte haben uns voll überzeugt. Unsere Hebamme hat uns sehr viel Sicherheit gegeben, um wirklich ohne Angst der Geburt entgegen zu blicken.

Im nächsten Beitrag werde ich aber auch noch genauso ausführlich über Nachteile und eventuelle Risiken einer Hausgeburt sprechen.

 

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Wenn dir der Beitrag gefallen hat, oder du selbst vielleicht schon eine Hausgeburt hattest, dann lass mir gerne einen Kommentar da. Ich würde mich sehr über deine Erfahrungen oder einen netten Austausch freuen.

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