Die Entscheidung für eine Hausgeburt – Teil 2

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Hausgeburt Teil 2
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Die negativen Aspekte einer Hausgeburt

In meinem letzten Beitrag zur Hausgeburt (Teil 1), bin ich ja schon auf die Vorteile einer Hausgeburt eingegangen. Diese Vorteile sind für uns persönlich ausschlaggebend und zur Entscheidung für eine Hausgeburt beigetragen.

 

Natürlich möchte ich aber auch über diverse Nachteile von Hausgeburten sprechen, über die wir uns in der Entscheidung für eine Hausgeburt Gedanken gemacht haben.

 

Wie auch bei den Vorteilen kann es hier ebenfalls sein, dass je nach eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen manche Punkte vielleicht anders aufgefasst und bewertet werden können. Und die Nachteile einer Hausgeburt im persönlichen Empfinden zu Nachteilen machen.

 

Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind

Trotz aller Mühen der umsorgenden Hebamme kann es zu verschiedenen Szenarien kommen, in denen der Geburtsvorgang nicht weiter Zuhause fortgeführt werden kann. Somit können folgende Dinge passieren:

 

  • Verlegung ins Krankenhaus

 

Im Falle gesundheitlicher Probleme des Kindes oder der Mutter wird die Hebamme rechtzeitig entscheiden ob es besser ist, die Hausgeburt abzubrechen und ins Krankenhaus zu fahren.

 

Auch wenn während der Geburt der Wunsch nach schmerzlindernden Medikamenten besteht, ist eine Verlegung ins Krankenhaus notwendig.
In der Regel bleibt auch genug Zeit, sich in Ruhe ins Krankenhaus zu begeben. Nichtsdestotrotz sollte man sich bewusst sein, dass eine Verlegung inmitten der voranschreitenden Geburt vielleicht sehr anstrengend und unangenehm sein kann.

Beispielsweise, weil das Kind schon sehr tief ins Becken gerutscht ist oder man durch langsames Voranschreiten der Geburt bereits sehr erschöpft ist.

 

  • Schmerzlinderung

 

Die Hebamme ist im Normalfall mit einigen homöopathischen Mitteln ausgestattet, die zur Schmerzlinderung beitragen kann. Je nach Hebamme kann Sie vielleicht sogar Behandlungen wie Akupunktur oder dergleichen anbieten. Auch kann sie mit Massagen, warmen und kalten Wickeln, Bädern und ganz viel liebevollem Zuspruch bei den schmerzhaften Wehen unterstützen.

 

Es sollte einem aber bewusst sein, dass die Hebamme wie ich oben schon erwähnt habe, nicht die Möglichkeit hat, mit starken schmerzlindernden Medikamenten zu unterstützen.

 

  • Anmeldung des neuen Erdenbürgers

 

In den meisten Kliniken wird man dein Neugeborenes automatisch über das zuständige Bürgeramt auf der Gemeinde anmelden.

 

Bei einer Hausgeburt muss man das leider selbst erledigen. Aber hey, bei so viel Papierkram und Orga bezüglich Kindergeld, Elterngeld und Co. kommt es darauf doch auch nicht mehr an, oder?

 

und zu guter letzt

 

  • Ab ins kalte Wasser

 

Den letzten Punkt kann man, wie ich finde, sowohl positiv als auch negativ sehen. Wenn man im Krankenhaus entbindet, verbringt man im Normalfall auch noch die folgenden drei Tage dort zur Überwachung. Man kann dort somit die ersten Tage vollkommen ohne Sorgen und Pflichten seinen Nachwuchs kennenlernen. Bei einer Hausgeburt wird man mehr oder weniger direkt ins kalte Wasser geworfen und startet sogleich auch in den neuen aufregenden Alltag mit Baby.

Selbstverständlich kommt zuhause auch täglich, manchmal sogar zweimal am Tag die Hebamme vorbei. Dennoch sollte man sich, auch wenn man die ersten Tage zuhause verbringt, Ruhe und Zeit zum Kennenlernen geben und nehmen.

 

 

Das waren auch schon alle „Nachteile“ zur Hausgeburt über die wir uns Gedanken gemacht haben.

 

 

Im ersten Teil habe ich ja etwas über meine Wünsche an die Geburt erzählt und hoffe sehr, dass die Geburt unseres Schatzes auch gut verläuft. Aber wenn wir das Ganze mal realistisch betrachten, kommt es doch gerade bei einer Geburt meist ganz anders, als man es erwartet oder sich gewünscht hat.

Auch wenn ich im Augenblick noch sehr entspannt an die Geburt denke und ich schmerzstillende sowie geburtseinleitende Maßnahmen kategorisch ablehne, versuche ich offen zu bleiben.

 

 

Ich hoffe, ich konnte mit den beiden „kleinen“ Beiträgen beide Aspekte einer Hausgeburt aufzeigen und eine kleine Entscheidungshilfe geben.

Ich finde allemal, dass es sich wirklich lohnt, über eine Hausgeburt nachzudenken, da es, wenn man sich darauf einlassen kann, sicher ein unglaublich schönes und geborgenes Erlebnis werden kann.

 

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