Blogs und Frauenlifestylemagazine - Wohin geht die Reise?
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Blogs und Frauen Lifestyle Magazine

Vor ungefähr 20 Jahren habe ich mir hin und wieder ein Frauen Lifestyle Magazin gekauft und teilweise leidenschaftlich gern gelesen. Was mir damals schon missfiel, war die viele Werbung, die ich zwangsläufig mitgekauft hatte.

 

Heute erscheint mir das Werbeaufkommen in Frauenzeitschriften nicht unbedingt geringer. Ich habe vielmehr das Gefühl, es ist noch mehr geworden. In den letzten Jahren bin ich erwachsen geworden (jedenfalls behaupte ich das mal) und sehe seither davon ab, Geld in Magazine zu investieren, die im Grunde mehr Reklame sind, als Content. Wenn ich von Zeit zu Zeit beim Frisör doch mal so ein Relikt vergangener Erinnerungen in die Hand nehme, fällt mir jedes Mal auf, wie irre viel Werbung ich durchblättern muss, um überhaupt zum Inhaltsverzeichnis zu gelangen.

 

Umso mehr bin ich der Meinung, dass die vielen Artikel über Diäten, welche direkt neben dem Dessertteil gedruckt werden und die ganzen Produktempfehlungen sowie die ab und zu doch sehr informativen Beiträge mehr die Lücken zwischen der ganzen Werbung füllen, als umgekehrt. Ich finde das schade. Zumal die Produktempfehlungen in meinen Augen keinen eigenen Content darstellen, sondern im Grunde auch nur Werbung sind. Nur mit dem Unterschied zum Blog, dass nicht vor der Überschrift groß und breit Werbung dran steht.

 

Und so wundert es auch nicht, dass Frauen Lifestyle Magazine seit Jahren immer mehr in die Bredouille kommen, während sich das Internet vor Blogs kaum noch retten kann. So nehmen die Verkaufszahlen von Publikumszeitschriften seit ca. den 2000er Jahren stetig ab.

Dabei fragen manche tatsächlich, ob sich das Bloggen heute noch lohnt (siehe mein Beitrag zum Thema: Lohnt Bloggen heute noch?). Das Bloggen hat für mich und so wie ich die Welt sehe, diese ganzen in ein Heft gedruckten Werbeanzeigen, welche wir in Form von Frauenzeitschriften erwerben, abgelöst.

 

Ich denke, in ein paar Jahren, wenn erst einmal die Internetgeneration marktbestimmend ist und Tante Emma eben nicht mehr ihre Zeitschriften kaufen geht, weil sie keinen Computer zuhause hat, könnte es für die Printinformationsindustrie noch schwerer werden.

 

Blog vs. Frauenzeitschrift

Die Printmedien waren lange Zeit so marktbeherrschend und nicht wegdenkbar, dass sie sich vermutlich selbst nicht vorstellen konnten, dass das Internet ihnen eines Tages große Probleme bereiten könnte.

 

Was früher der Modeteil im Lifestyle Magazin war, ist heute der Fashion Blog. Die Rezeptseiten in den Magazinen werden heute durch den Food Blog so gut ersetzt, dass zumindest ich kein Magazin wegen eines Rezepts kaufen würde. Für diejenigen unter uns, die sich für Finanzen und Wirtschaft interessieren, gibt es Wirtschaft Blogs. Diese Liste könnte man unendlich weiter führen.

 

Fakt ist, Blogs sind so vielfältig und heute in nahezu jeder Nische vertreten, dass Magazine die gleiche Fülle an Informationen, wertigem Content und Spezialthemen gar nicht bereitstellen können. Siehst du das auch so?

Zudem sind Blogs nach wie vor kostenfrei. Ich erhalte als Leser Zugang zu so unendlich vielen Ideen, Inspirationen, Anleitungen, Tutorials oder den neusten Fashiontrends, dass es an Wahnsinn grenzt, für 5 Euro oder mehr ein Fashion Magazin zu kaufen, wo zudem sehr viel Werbung enthalten ist.

 

Klar gibt es Blogs, die über Ads ihr Einkommen aufbessern. Sicher gibt es Blogs, die über Affiliate Marketing Geld verdienen und natürlich gibt es Blogs, die mittels Kooperationen die Haushaltskasse aufbessern. Aber was spricht dagegen?

Blogs stellen kostenlosen Inhalt zur Verfügung. Die meisten Empfehlungen von Bloggern sind wertvoll für den Leser und nicht nur bloßes Business. Warum also sollten Blogger nicht für ihre viele Arbeit auch einen Lohn bekommen? Wenn mir ein Blog nicht gefällt, kann ich die Seite jederzeit schließen und zu einem anderen wechseln. Habe ich jedoch das Frauen Lifestyle Magazin erstmal gekauft und stelle dann fest, dass mir die Artikel nicht gefallen, zu viel Werbung enthalten ist, oder die ganzen Shop the Look Empfehlungen auch nichts anderes als Affiliate Marketing sind, bekomme ich mein Geld nicht mehr zurück.

 

Also warum verurteilen wir Blogger, die was nebenher verdienen und kaufen dennoch Zeitschriften, die im Grunde nichts anderes machen, als über Werbung, Empfehlungen und Sponsoring Geld zu verdienen? Ich denke, es hängt damit zusammen, dass die ganzen Zeitschriften wie Vogue, Glamour und Cosmopolitan keine Errungenschaft unserer Generation sind. Sie waren schon vor uns da. Damit werden sie bereits in unser Bewusstsein hineingeboren und tendenziell nicht mehr hinterfragt.

 

Sind Frauen Lifestyle Magazine wirklich gut für uns?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Immerhin schaut man bei Blogs, die man liest auch genauer hin, welche Botschaften sie vermitteln, welche Frauenbilder vertreten werden und welche Ernährungsphilosophie hinter den Rezepten steht. Oft sind wir bei Frauenmagazinen weniger kritisch. Dabei wäre das durchaus angebracht.

 

Für mich ist es daher nicht verwunderlich, dass viele Frauen, sich vorgeschriebenen Weltbildern nicht unterwerfen wollen und stattdessen ihre journalistischen Inhalte lieber im Internet suchen und oftmals in Blogs finden.

 

Mir persönlich macht es viel mehr Spaß, durch einen Blog zu stöbern, als durch eine Frauenzeitschrift. Auf einem Blog kann ich mir „meine“ Inhalte passgenau aussuchen und alles, was mich nicht interessiert, muss ich nicht „mitkaufen“. Ein Hoch auf die Blogs! 😉

 

Wohin geht die Reise mit Blogs und Magazinen?

In die Zukunft kann natürlich niemand blicken, aber ich denke, es zeichnen sich deutliche Trends ab. Der Printindustrie wird ja immer wieder nachgesagt, sie habe das Chance Management in Richtung Internetzeitalter verpasst. Ich persönlich würde dieser These nicht widersprechen.

 

Wenngleich auch die analogen Printmedien inzwischen standardmäßig ihren Online Auftritt haben und jede Zeitung auch im Internet über ihre Homepage besucht werden kann, so hat sich dennoch nicht wirklich viel verändert. Die Inhalte sind oft die gleichen und der wichtigste Aspekt ist und bleibt, dass ich als Leser zumeist ein Abo oder eine Mitgliedschaft abschließen muss, um online diese Zeitung lesen zu können.

 

Das Prinzip ist also das gleiche geblieben und somit besteht nach wie vor der große Nachteil gegenüber den Blogs: Ich muss für die Inhalte Geld bezahlen.

 

Und vermutlich ist das der Grund dafür, warum auch via Online Präsenz der großen Magazinanbieter die Leserschaft nicht so recht überzeugt werden kann und die Angebote nicht in der großen Masse nutzt. Blogleser jedenfalls stellen für mich eine ganz andere Zielgruppe dar.

 

Fraglich bleibt also: Werden Magazine verschwinden?

 

Wenn wir diejenigen fragen, die in zeitlich knappen Mittagspausen schnell einen Salat essen und dabei genauso schnell ihre Informationen lesen wollen, wie sie essen, lautet die Antwort sicher JA.

Feeds funktionieren dabei besonders gut. Sie zeigen uns auf einen Blick, was uns interessiert, welcher unserer Blogs etwas Neuen rausgebracht hat und es geht alles super schnell sowie leicht verdaulich.

 

Ein neuer Zeitgeist

Nun, so neu ist dieser Zeitgeist gar nicht. Bereits vor Jahren gewannen Blogs immer mehr an Bedeutung und haben bis heute einen (in meinem Verständnis) ungebrochenen Zustrom an Lesern. Das Prinzip ist denkbar einfach und zugleich genial. Man könnte vom befreiten Informationszeitalter sprechen. Auf diese Weise wird auch die Mache des gesellschaftlichen Bewusstseins aus den Händen der Medienmonopolisten genommen und Privatpersonen gewinnen als Influencer an Bedeutung.

 

Natürlich haben diesen Umstand vor allem die Firmen als erstes mit erkannt und nutzen in Form von Kooperationen die Macht dieser Influencer, um selbst einen Zugang zur neuen Generation zu erhalten. Wo Licht ist, wird es auch immer Schatten geben. Aber dafür sind wir ja mit Verstand ausgestattet worden. Du hast die Wahl, welchen Blog du liest, welches Medium du wählst und welchen Informationen du dein Vertrauen schenkst. Nutze deinen Verstand und übernimm Verantwortung. Immerhin glaubst du ja auch nicht, dass die Coverbilder von Frauen Lifestyle Magazinen echt sind.

 

Der Blog, das neue Magazin

Ich bin der Ansicht, Blogs sind die neuen Magazine. In meinen Augen ist das eine unaufhaltsame Bewegung. In der Zukunft wird dies voraussichtlich nicht anders sein. Mir fällt spontan jedenfalls kein Grund ein, warum sich das plötzlich ändern sollte. Dir vielleicht?

 

Wenngleich manche seit Instagram den Blog für tot erklären, sehe ich das durchaus kontrovers. Nicht zuletzt, da Instagram für wirklich wertigen Inhalt zu schnelllebig ist und keine geeignete Plattform für journalistische Inhalte darstellt. Als Ergänzung zum Blog finde ich es als social media zwecks Information meiner Fans gut. Dass es den Blog tötet, glaube ich nicht.

 

Und dennoch kaufen wir gerne und immer mehr anhand der Empfehlungen von Instagram und Blogs. Magazine sind dabei nicht unbedingt mehr ausschlaggebend. Es ist die neue Art, wie wir unsere Shoppinglisten ersellen. Influencer sind der Beweis für diesen Trend. Da sind junge Frauen und teilweise sehr sehr junge Frauen im weiten Internet unterwegs, die fünfstellige und sogar sechsstellige Einkommen jeden Monat über Affiliate Marketing verdienen. Ist das nicht total verrückt?

 

Werden Magazine verschwinden? Wir werden sehen.

Werden Blogs verschwinden? Ich glaube es nicht.

 

Die Zahlen steigen Jahr für Jahr und wie bereits in meinen Beiträgen 6 Gründe heute einen Blog zu starten, Lohnt das Bloggen heute noch? und Geld verdienen mit Bloggen – 7 Wege beschrieben, hat sich das Bloggen bzw. haben sich Blogs generell von einem privaten Online Tagebuch hin zu einem etablierten online Business entwickelt. Der ursprüngliche Blog mag irgendwann verschwinden. Ob das Business des Blogging verschwindet, wage ich zu bezweifeln. Vermutlich entwickelt es sich nur, wie alles andere auch, weiter.

 

Aber egal was kommt, solange wir uns anpassen, wird es auch weiter gehen. Und genau das habe ich vor.

 

Liest du noch Frauenzeitschriften? Lass mir doch einen Kommentar da.

 

 

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2 Kommentare

  1. Hallo meine Liebe, ich lese tatsächlich keine Zeitschriften mehr, dass hat vor vielen Jahren schleichend begonnen und irgendwann dann endgültig aufgehört. Ich bin tatsächlich auch eher im Internet unterwegs und schaue mir hier die Beiträge an. Ich denke daher auch, dass die Zeitschriften eines Tages verschwinden werden oder sich wirklich sehr anpassen müssen.

    Liebe Grüße Eileen

    • Hallo liebe Eileen,

      puh, zum Glück geht es dir auch so. Ich dachte schon, ich wäre allein damit. 😀
      Auf die Blogs, welche uns mit tollen Beiträgen versorgen. 😉

      Liebe Grüße
      Janine

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