Ängste in der Schwangerschaft
Follow on Bloglovin

Schwangerschaft – Freude und Angst liegen näher als man denkt

Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller Vorfreude auf das heranwachsende Baby. Sobald man weiß, dass es geklappt hat, ist man überglücklich und kann es gleichzeitig noch gar nicht so richtig glauben. Ich habe tatsächlich einige Zeit gebraucht, um zu realisieren, dass da wirklich ein kleiner Mensch in meinem Bauch wächst. Im Grunde total Science Fiction und unglaublich, was die Natur da leistet!

 

Ein Wunder macht sich auf den Weg

Sobald das Baby entstanden ist, begibt es sich auf seine rund 38 wöchige Reise zur Geburt. Diese Zeit ist vor allem für die werdenden Eltern sehr spannend. Als schwangere Frau geht einem dabei vieles durch den Kopf.

  • Was es wohl wird?
  • Wie soll es heißen?
  • Welcher Kinderwagen ist der beste?

Und vieles andere mehr.

Vor allem anderen fragt man sich aber: Ist es gesund?

 

Die meisten Gedanken sind positive, doch ab einem gewissen Punkt machten sich bei mir auch Sorgen und Ängste breit. Sobald das Umfeld weiß, dass man schwanger ist, kommen haufenweise „gute Ratschläge“, bei denen du dir meist denkst: Ja, wurde mir schon 10 Mal zuvor gesagt. 😉

 

Das mit Abstand schlimmste für mich sind aber diese Horrorgeschichten über Geburten, die nicht so toll verlaufen sind. Ich finde das kein bisschen hilfreich. Im Gegenteil, es macht mir Angst und genau dieses Gefühl möchte ich eigentlich komplett vermeiden. Ich bin davon überzeugt, dass Angst alles nur noch schlimmer macht und das Gedankenkarussell anschiebt. Dabei kann ich das gar nicht gebrauchen, denn ich manche mir ohnehin schon über alles viel zu viele Sorgen.

 

Vorsorge für ängstliche werdende Mütter

Inzwischen gibt es im Markt ja eine nahezu unüberschaubare Fülle an Mittelchen und Hilfsmitteln, die sich jedem noch so kleinen Ziepen von Schwangeren annehmen. Ich persönlich bin eher weniger ein Fan von diesen ganzen Dingen, da ich denke, dass vieles übertrieben ist und nur unnötig Geld kostet.

 

Meine Hebamme pflichtete mir in dieser Meinung sogar bei und meinte, dass viele Schwangere, die sich ein Herztonmessgerät für zuhause kauften, oft verunsichert seien, wenn sie die Herztöne dann nicht finden würden. Sie empfahl mir:

Weniger ist mehr

 

Am Ende muss es dennoch jede Schwangere für sich entscheiden, womit sie sich sicherer und besser fühlt. Ich kann es nachvollziehen, dass man einen Wunsch nach möglichst permanenter Babyüberwachung hat. Es vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Man kann es im Ultraschall sehen und der Arzt bestätigt nochmals, dass auch diesmal immer noch alles in bester Ordnung ist. Das beruhigt. Doch sind all diese Ultraschallpakete, die Schwangere heutzutage zusätzlich erwerben können, wirklich ein Segen?

 

Ich habe mich bewusst gegen eine übertriebene Beschallung vom Baby entschieden. Meine Ärztin hat mir so ein Paket aber auch gar nicht verkaufen wollen und als ich mit einer der Schwestern in der Praxis darüber sprach, meinte diese auch, dass es nicht gut sei, da zu übertreiben.

 

Zum einen habe ich mich gegen ein Ultraschallpaket entschieden, weil die Krankenkasse ohnehin weitere Ultraschalls zahlt, falls diese einer medizinischen Indikation unterliegen und zum anderen, weil ich der Meinung bin, dass jede medizinisch nicht notwendige Diagnostik auch Risiken mit sich bringt. Der Ultraschall gilt heute als völlig harmlose Routineuntersuchung. Doch ist er wirklich so risikolos, wie Frau immer denkt?

 

Olivia von Hebammenwissen.info hat zu diesem Thema einen tollen Beitrag (Schadet häufiger Ultraschall in der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby) geschrieben. Anhand ihrer Informationen habe ich das ganze Thema nochmals hinterfragt. Aus diesem Grunde nehme ich nur die Untersuchungen in Anspruch, die im Standard vorgesehen sind. Damit fühle ich persönlich mich sicherer.

 

Mit den Konsequenzen muss man leben

Ich weiß nicht, wie es dir geht oder in deiner Schwangerschaft ergangen ist. Mich erschlugen zu Beginn meiner Schwangerschaft die ganzen Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik. Wenn man es möchte, kann man gegen das entsprechende Entgelt alle möglichen zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen vornehmen lassen. Auch in dieser Hinsicht habe ich mich für simplify your pregnancy 😉 entschieden und gegen zusätzliche Untersuchungen.

 

Vermutlich kann nicht jede diese Einstellung nachvollziehen, aber auf diesem Weg fühle ich persönlich mich am sichersten. Ich vertraue auf meinen Körper, die Natur und darauf, dass ich keine schädlichen Dinge mir und damit auch dem Baby zuführe. Vermutlich liegt es an meiner Heilpraktikerausbildung, dass ich gerne einen anderen Blickwinkel zu diesen Themen einnehme. Gleichzeitig habe ich aber auch Gespräche mit meiner Ärztin und den Hebammen geführt, die mich in meiner Entscheidung und Überzeugung gestärkt haben.

 

Du gehst auch mit Sorgen schwanger

Dass man sich sorgt sei normal, hat man mir gesagt. Ok, gut, dann fühle ich mich gleich weniger neurotisch und kann direkt weiter machen. 😉

 

Eine ehrliche Stimme in Zeiten der Unsicherheit ist wirklich unheimlich wertvoll. So beruhigt es mich immer wieder, dass meine Ärztin selbst sagte, die allermeisten Kinder kämen völlig gesund zur Welt. Und naja, davon mal abgesehen: Würde ein krankes Baby gesund durch pränatale Tests? Es ist wie es ist und kann durch nichts geändert werden. Man weiß es unter Umständen nur früher.

 

Andererseits gibt es natürlich auch im Bereich Pränataldiagnostik Fehlerquellen. Problematisch wird es also, wenn tatsächlich etwas gefunden wird. Wie soll man damit umgehen, wie macht man es richtig? Soll man die Schwangerschaft wirklich abbrechen? Und eine der wichtigsten Fragen: Ist das Ergebnis wirklich zu 100 Prozent korrekt? Maschinen, wie auch Menschen können Fehler machen. Was, wenn mit dem Baby alles in bester Ordnung ist und nur das Diagnosegerät einen Fehler gemacht hat oder das Ergebnis schlichtweg falsch interpretiert worden ist?

 

Falsch-positive Ergebnisse sind nicht so super selten, wie Frau denken mag. Auch diesen Einblick gab mir Olivia von Hebammenwissen.info mit ihrem Beitrag über den Sinn des CTGs. Je mehr du dich mit diesen Themen beschäftigst, desto mehr aufschlussreiche Informationen wirst du finden.

 

Kein Gerät ist zu immer 100 Prozent korrekt

Ich selber wurde vor dem errechneten Geburtstermin geholt, weil das CTG-Gerät, an welches meine Mutter angeschlossen wurde, nicht richtig funktionierte. Man sagte ihr, das Baby hätte keine Herztöne mehr und müsse sofort geholt werden. Völlig panisch ließ sich meine Mutter an einen Wehentropf anschließen. Als ich 2,5 Stunden später auf die Welt kam, konnten die Ärzte nur feststellen, dass alles in Ordnung ist.

 

Es ist nicht abzustreiten, dass es leider auch kranke Babys gibt, die während der Schwangerschaft bereits diagnostiziert werden können. Fakt ist aber auch, dass die große Mehrheit aller Schwangerschaften normal verläuft und die Frauen gesunde Babys zur Welt bringen. Körperliche Auffälligkeiten können zumeist mit dem erweiterten Ultraschall (Feindiagnostik) um die 20 Woche der Schwangerschaft herum recht zuverlässig festgestellt werden. Sollten dann weitere Untersuchungen notwendig sein, kann ich diese immer noch vornehmen lassen. Ich möchte mich einfach nicht verrückt machen.

 

Mit den Möglichkeiten kommt die Angst

Bei allem, was Frau während einer Schwangerschaft tun kann und sollte oder auch nicht tun sollte, wird man als Schwangere sehr oft mit negativen Dingen konfrontiert, über welche man zuvor gar nicht nachgedacht hat.

 

Ich denke, wir sollten nicht vergessen, dass die Diagnostik lediglich diagnostizieren kann, verhindern kann sie Dinge, die bereits angelegt sind, nicht mehr. Sicher habe ich Momente, in denen ich mich frage, ob mit dem Baby alles ok ist und ob es wirklich gesund sein wird. Ich versuche mich dann immer darauf zu besinnen, dass es, falls etwas nicht stimmen sollte, bereits die ganze Zeit schon so ist und ich es nicht mehr ändern könnte.

Zudem versuche ich das Ganze etwas rationaler und weniger angstbehaftet zu sehen. Bisher ist alles völlig normal verlaufen, es gab keine Auffälligkeiten und keine Komplikationen. Daher gibt es für mich auch keinen echten Anlass, mir ernste Sorgen zu machen.

 

Schwangerschaft und Geburt

Eine Schwangerschaft geht zwangsläufig mit der Geburt einher. Wie bereits schon angesprochen, kann Frau sich aus jeder Ecke eine noch schlimmere Horrorgeschichte über das Thema Geburt ziehen. Die Geburt ist meist DAS Angstthema für Schwangere. Das ist bei all den negativen Informationen auch kein Wunder. Leider bin ich auch weniger relaxed als ich gern wäre.

 

Ich habe daher beschlossen, meine Angst vor der Geburt in den Griff zu kriegen und positiv mit der Aussicht auf die nahende Geburt umzugehen. Dabei hilft mir aktuell das Konzept des Hypnobirthing sehr. Es leitet einen an, die Geburt als das zu sehen, was sie ist: Ein absolut natürlicher Vorgang. Seit ich mich mit Hypnobirthing beschäftige, habe ich tatsächlich weniger Angst und bin zuversichtlicher. Wie die Geburt letzten Endes verläuft, bleibt abzuwarten.

 

Niemand kann in die Zukunft sehen

Ich glaube, wir lassen uns alle zu sehr verunsichern und ängstigen. Klar sollte man ernste Dinge ernst nehmen, aber gleichzeitig sollte man auch Ruhe bei Dingen bewahren, die im Grunde keinen Anlass zur Sorge geben. In die Zukunft kann keine von uns sehen und somit können wir nicht wissen, ob das Baby in unserem Bauch wirklich vollkommen gesund zur Welt kommen wird und ob die Geburt grauenvoll oder vielleicht sogar sehr positiv verläuft.

 

Wir sollten uns also alle einfach etwas öfter entspannt zurücklehnen und die Dinge auf uns zukommen lassen. Auch wenn das manchmal wirklich verdammt schwer fällt. Andernfalls machen wir uns womöglich nur unnötig verrückt und haben eine mit negativen Gedanken belastete Schwangerschaft.

 

Wer mit den schlimmsten Erwartungen an eine Sache, wie zum Beispiel die Geburt herangeht, wird vermutlich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung erleben. Wahrnehmung ist immer subjektiv und vor allem stark davon geleitet, was wir in unserem Inneren glauben.

 

 

Ein Beitrag, der sicher auch interessant für dich ist: Schwangerschaft und neuer Job

 

6 Kommentare

  1. Servus, ich kann mich noch gut an meine Schwangerschaft erinnern. Mittlerweile ist meine Tochter bereits 12 Jahre. Ich hatte etliche Bücher und die machten mir Angst. Besonder die über Geburten. Es gibt Bilder die möchte man im Vorhinein einfach nicht sehen. Mir ging es so. Gott sei Dank hatte ich einen tollen Frauenarzt (er begleitet mich heute noch) dem ich all meine Ängste und Sorgen erzählen konnte. Er beruhigte mich stets. Schönen Gruß, Claudia

    • Hallo Claudia,
      danke für deinen Bericht. Ich kann absolut nachvollziehen, was du schreibst. Es gibt wirklich Dinge, die will und sollte man vorher lieber nicht sehen. Ein guter Arzt, der einen auch beruhigen kannst ist tatsächlich sehr wertvoll – auch für mich.
      Lieben Gruß, Janine

  2. Hallo Janine, kann die Ängste gut verstehen und auch wie man sich dabei fühlt, desto mehr man darüber liest oder hört wird man manchmal auch unsicherer. Ich habe drei Kinder und habe das auch alles durchgemacht. Im Endeffekt habe ich mich auf mein Gefühl verlassen und nur die nötigsten Untersuchungen gemacht.
    Liebe Grüße Bo

    • Hallo Bo,

      es ist echt gut zu wissen, dass die Unsicherheit nicht nur einen allein betrifft. Ich denke, das hilft auch vielen anderen Schwangeren, die mit ihren Ängsten kämpfen. Wie du es beschreibst, hast du im Hinblick auf Untersuchungen ähnliche Meinungen, wie ich. Das bestärkt mich und lässt mich positiver in Richtung Geburt blicken. 🙂
      Danke und liebe Grüße
      Janine

  3. Ich glaube jede werdende Mama kennt die Ängste in der Schwangerschaft.
    Auch ich hatte diese. Besonderes in den letzten zwei Monaten, die Angst vor der Geburt. Aber schon kurze Zeit danach, wenn man den Kleinen oder die Kleine in den Händen hält, ist alles vorbei.
    Ein wunderbares Thema.

    Alles liebe

    • Hi Nici,

      ja, da sprichst du mir aus der Seele. Vor der Geburt bekomme ich auch immer mehr Respekt, je weiter die Zeit voran schreitet. Aber wie beschrieben, versuche ich, ruhig und gelassen an das Thema zu gehen. 😉 Wir freuen uns auch schon sehr auf das Kleine und ich denke, wie du auch sagst, wenn man es erstmal im Arm hat, ist alles gut und die Ängste vergessen.

      Dir auch alles Gute, danke dir!
      Janine

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein
*

Ich bin einverstanden mit der Datenspeicherung nach DSGVO

Bitte gib hier deinen Namen ein

+ Zweiundsechzig = Sechsundsechzig