Selbstständigkeit - 4 Dinge die mich schockten, als ich selbstständig wurde
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Privatleben und Selbstständigkeit

Nachdem ich mich in der letzten Zeit viel mit privaten Themen beschäftigt habe, denke ich aktuell unweigerlich wieder mehr über meine berufliche Perspektive nach. Die Geburt unseres neuen Familienmitglieds steht kurz bevor und neben überwältigender Vorfreude machen sich hin und wieder auch Zweifel breit.

  • Bin ich dem gewachsen?
  • Was, wenn ich etwas falsch mache?
  • Wie geht es mit der Selbstständigkeit weiter?
  • Werde ich das alles schaffen?

 

Ich denke, gerade wenn man zum ersten Mal Mutter wird, ist es normal, sich über alles Mögliche Gedanken zu machen. Man weiß es noch nicht besser und hat im Grunde null Ahnung, was einen erwartet. Oftmals ist in der Vorstellung eh alles anders, als schließlich in der Realität.

 

Solange einem die eigenen Erfahrungen fehlen, kann man nur von Erzählungen her sich ein Bild formen. Das muss für einen selbst aber nicht zwangsläufig zutreffen.

 

Daher versuche ich, alles Neue unvoreingenommen auf mich zukommen zu lassen und schließlich das Beste draus zu machen. Flexibel bleiben und Dinge annehmen ist dabei sicher das Wichtigste.

 

Der Sprung in die Selbstständigkeit

Genauso sind wir ursprünglich unsere Selbstständigkeit angegangen. Wir wussten im Grunde gar nichts, haben uns alles on the fly selbst erarbeitet und beigebracht. Dabei haben wir auch oft geflucht (so viel Ehrlichkeit muss sein) und in manchen Momenten musste ich feststellen, dass wenn ich das eine oder andere vorher gewusst hätte, wären wir das alles vermutlich nie angegangen.

 

Trotz allem bin ich froh, dass wir unseren Weg gegangen sind und ich würde es aus der heutigen Perspektive immer wieder tun. Es ist nicht immer alles schön, romantisch oder leicht. Da sind Tage, die sind anstrengend und auch manchmal ätzend, aber man lernt immer wieder viel dazu, überwindet Probleme und entwickelt sich mit den Herausforderungen weiter, welche einem auf dem Weg begegnen. Es fühl sich echt an und ich fühle mich lebendig. Ein gutes Gefühl!

 

4 Dinge, die mich schockten, als ich selbstständig wurde

Trotz allem möchte ich dir 4 Dinge, welche mich zu Beginn der Selbstständigkeit geschockt haben, nicht verheimlichen. Ich bin der Meinung, es ist in mancher Hinsicht wichtig, im Groben zu wissen, was einen erwartet.

 

Diese 4 Dinge, die mich ehrlich gesagt doch eiskalt erwischt haben, sind aus heutiger Sicht in meinen Augen normale Dinge, die vermutlich jede Selbstständige mehr oder weniger kennt.

 

  1. Grandiose Müdigkeit

Ich selber bin ja von Natur aus eher ein Angsthase. Darüber hatte ich auch schon geschrieben. (Warum Selbstfindung Mut braucht)

 

Bevor ich meine Unabhängigkeit (Selbstständigkeit) anging, wagte mein Mann den großen Sprung. Er ist insgesamt viel weniger voller Sorgen als ich und hat daher auch vermutlich seine große Zuversicht in allen Dingen. Auch in Sachen Selbstständigkeit ist er wesentlich lockerer und entspannter als ich es sein kann. Selbst heute noch.

 

Natürlich habe ich ihm beim Aufbau seiner Selbstständigkeit geholfen, wobei mir meine Erfahrung aus meinen Jobs sehr geholfen hat. Wir haben rund drei Monate gebraucht, um alles soweit auf die Beine zu stellen, wie wir es uns vorgestellt haben. Dabei arbeiteten wir täglich bis spät. Die entspannte Zeit abends auf dem Sofa wich Programmieren und Designen, Bildbearbeitung und Texten.

 

Es war sehr ermüdend und es wäre gelogen, zu behaupten, ich wäre nicht froh gewesen, als es endlich vollbracht war. Die Müdigkeit wurde immer mehr spürbar.

 

Wer glaubt, so ein Pensum könne man über mehrere Wochen und Monate ohne Probleme durchhalten, irrt oder hat einen Trick parat, den ich eindeutig nicht kenne. Darum war ein Punkt, welcher mich schockierte, als wir selbstständig wurden, die grandiose Müdigkeit, welche man irgendwann unweigerlich spürt und sich nur noch nach Schlaf sehnt.

 

Im Grunde ist so ein großes Projekt nie wirklich abgeschlossen. In der Zeit von damals bis heute, haben sich die Homepageseiten, das Konzept und die Ideen immer weiter entwickelt und verändert. Das ist aber nicht so extrem ermüdend. Es sind kleinere Entwicklungsschritte, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und daher nicht so sehr an die Substanz gehen.

 

Plane also vor allem zu Beginn deiner Selbstständigkeit anstrengende Zeiten ein, die dich in eine ungeahnte Müdigkeit stürzen können. Du kannst dich aber dennoch darauf freuen, wenn du diese Phase erfolgreich überstanden hast, denn es lohnt sich. Du machst es für dich, deine Freiheit und deinen Erfolg.

 

  1. Quälende Einsamkeit

Wenn du nicht grade mit einem Partner oder im Team deine Selbstständigkeit angehst, dann wirst du sicher an den Punkt kommen, wo du dich einsam fühlst.

 

Zu Beginn der Selbstständigkeit hält sich dieses Phänomen meist noch in Grenzen. Man ist voller Elan und hat massig Ideen. Somit fällt einem der mangelnde Austausch mit Kollegen (wie es vorher im Büro war) nicht weiter auf. Nach ein paar Wochen jedoch, wenn man geistig den ersten Hänger hat, sich vielleicht auch uninspiriert fühlt und die Motivation einen ersten Tiefpunkt erreicht, ist sie plötzlich allgegenwärtig: quälende Einsamkeit.

 

Es ist ein tolles Gefühl, bei sich zuhause sein eigenes Home Office zu haben, dieses einrichten und gestalten zu können, wie es einem gefällt. In den meisten Büros hat man entweder Glück oder Pech, aber insgesamt sind die Gestaltungsmöglichkeiten zumeist sehr eingeschränkt. Trotz allem wirst sicher auch du an den Punkt kommen, wo dein super schönes Home Office dich nicht mehr über deine tägliche Einsamkeit hinwegtrösten kann.

 

Du wirst den Wunsch nach Austausch, Kontakt und guten Gesprächen verspüren und es wird dich hinaustreiben in die Welt, wo neue Eindrücke, Erfahrungen und Inspiration auf dich warten. Gib diesem Drang nach und lass dich erneut motivieren. Ein Tapetenwechsel hin und wieder kann hinsichtlich deiner Motivation wahre Wunder bewirken. Und ein weiterer Vorteil: dein Home Office ist wieder ein schöner Ort, wo du gern in Ruhe arbeitest.

 

  1. Das Gefühl immer arbeiten zu müssen

Vor allem das Gefühl immer arbeiten zu müssen, um sich nicht faul, untätig oder motivationslos zu fühlen, war bei mir besonders präsent. Ich halte dieses Gefühl für eine regelrechte Krankheit unter Selbstständigen.

 

Die meisten von uns können sich nur schwer von ihrer Arbeit losreißen. Es gibt schließlich immer etwas zu tun und das nicht zu knapp. Zu Beginn ist der Berg an Arbeit am größten und kann einen schon mal überfordern. Hier ist es sinnvoll, sich selbst Teilziele zu setzen und diese Meilensteine systematisch abzuarbeiten. Ein Plan zur effizienten Zielerreichung wird dir in dieser Phase extrem helfen, nicht den Kopf zu verlieren und stets die Orientierung zu behalten.

 

Ich muss sagen, meine Ziele inklusive der Teilziele mit einem Zeitplan zu versehen und etwas Zeit in die Planung zu verwenden, hat mir vermutlich viel Zeit und Energie beim Abarbeiten erspart. Anstatt kopflos und ohne Plan drauflos zu arbeiten und an dem einen oder anderen Punkt zu merken, dass das Ganze irgendwie nicht so richtig passt, konnte ich strukturiert und recht einfach meine Ziele erreichen.

 

Das Gefühl immer arbeiten zu müssen ist damit zwar nicht komplett ausgeschaltet. Hierzu musst du echt stark sein und dir selbst Grenzen setzen, aber mit einem Zeitplan, welcher dir zeigt, dass du just in time bist, ist das wesentlich einfacher.

 

  1. Die Angst, dass alles schief geht

Du kannst noch so voller Überzeugung, guter Laune und Motivation gestartet haben, ich bin davon überzeugt, dass jeder, der sich selbstständig macht, an den Punkt kommen wird, wo einen die Angst übermannt, dass alles schief gehen könnte.

 

Natürlich ist diese Angst zu 99 Prozent unbegründet und vollkommen irrational. Aber vor allem in Kombination mit den anderen drei Dingen, die mich zu Beginn der Selbstständigkeit geschockt haben, ist es fast so sicher wie das Ahmen in der Kirche, dass auch du an einem schwachen Tag, deine ganzen Mühen in Schutt und Asche liegen siehst und die Angst, dass alles schief geht, in dir aufsteigt.

 

Es kann natürlich auch sein, dass du ein total robuster Typ in dieser Hinsicht bist und solche Ängste bei dir keine Chance haben. Dann bin ich echt schon etwas neidisch, denn diese blöden Tage, an denen man sich so unnötig mit diesen Sorgen quält, sind für mich echt lästig. Sie machen mich unproduktiv, lenken mich vom Wesentlichen ab und spätestens, wenn ich eine Nacht drüber geschlafen habe und mir klar wird, wie irrational diese Angst ist, ärger ich mich umso mehr, ihr nachgegeben zu haben.

 

Je besser dein online Business läuft und je routinierter und sicherer du in deiner Arbeit und deinem Tun wirst, desto weniger Einfluss wird die Angst, dass alles schief geht haben. Zu Beginn kann einen diese Angst aber schon ganz schön schocken.

 

Was sind deine Erfahrungen mit dem Start in die Selbstständigkeit? Haben auch dich Dinge geschockt, mit denen du so nicht gerechnet hattest? Lass mir gern einen Kommentar da.

Herz.Mut Blob - Business & Lifestyle

 

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6 Kommentare

  1. Hallo Janine, ich bin zwar nicht selbstständig wie du, mache meinem Blog als Kleingewerbe nebenbei, aber ich ziehe den Hut vor dir und deinem Mann. So etwas kann echt anstrengend sein aber dafür ist man sein eigener Chef. Wer weiß was die Zukunft bei meinem Mann und mir bringen wird. Liebe Grüße Eileen

    • Hallo Eileen,
      schön, dass du uns auch diesmal wieder besuchst. 🙂
      Ich kann auch nur empfehlen, zunächst mit einem Kleingewerbe nebenher zu beginnen. Mein Mann macht das auch so. Gerade zu Beginn kann man sich auf die Einkünfte noch nicht verlassen. Mal ganz zu schweigen davon, dass sie einfach zu gering sind, um davon zu leben.
      Bei mir hat es sich mehr aus der Not heraus ergeben, weil ich gesundheitlich nicht mehr so weiter machen konnte und daher für mich einen anderen Weg wählte.
      Ich bin mir sicher, dass du ebenso deinen Weg gehst und was noch kommen mag, weiß man vorher nie. Aber wenn man dran bleibt, öffnen sich meist Türen, von denen man vorher nicht mal wusste, dass sie überhaupt da sind. 😉
      Liebe Grüße
      Janine

      • Hallo Janine, ja da hast du recht, ganz blauäugig sollte man da nicht ran gehen außer es liegen andere Gründe vor wie zB bei dir damals. Ich mache es neben meinem Vollzeitjob und lasse mich überraschen wo der Weg hingehen wird😁 Aber wäre schon was tolles, wenn man eines Tages sein Hobby zum Beruf machen und davon leben kann. Liebe Grüße Eileen

        • Hallo Eileen,

          da hast du recht. Ich träume auch noch davon, dass mein Hobby sich irgendwann so rentabel macht, dass ich davon leben kann. 😉
          Solange wir ein Ziel haben, auf welches wir hinarbeiten, ist (so glaube ich) alles möglich.

          Liebe Grüße
          Janine

  2. Ein super interessanter Beitrag. Ich betreibe meinen Blog nur als Nebenjob und bin hauptsächlich gerade noch Studentin. Aber ich muss sagen Punkt 3 kann ich absolut verstehen … Gerade im Wechsel zwischen Uni und Blog habe ich echt manchmal das Gefühl ich bin nie mit der Arbeit fertig. xxx

    • Hi Anna,

      die Zeit, die einem neben dem Studium noch bleibt, kann schon recht knapp sein. Auch wenn manche das nicht glauben. 😉
      Ich kann gut verstehen, dass du auch unter diesem Gefühl “leidest”. Ab und zu muss man sich selbst etwas bremsen, um nicht völlig den Kopf zu verlieren.

      Liebe Grüße
      Janine

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